Travemünde: Warten auf den Gutachter für die defekte Priwallfähre

Schon die Schiffstaufe fand verspätet statt: Wegen Niedrigwassers auf der Elbe kam die „Priwall  VI“ nicht aus der Werft. Das war im März 2016. Drei Jahre später ist die Schuldfrage nicht so einfach zu klären: Seit gut einem Jahr ist die moderne Norderfähre defekt. Statt Fußgänger, Rad- und Rollifahrer zum Priwall und zurück zu schippern, liegt das „Flaggschiff der Fähren“, wie es der Ortsratsvorsitzende Gerd Schröder (CDU) vielleicht ein wenig ironisch nannte, an der Kette. „An der Fähre haben wir Probleme mit dem Lack, und wir haben Probleme mit der Welle“, erklärte Andreas Ortz, selbst seit knapp zwei Jahren Geschäftsführer des Stadtverkehrs, jetzt im Travemünder Ortsrat. Aus seiner Sicht ein Garantiefall. „Die Werft, die das gebaut hat, lehnt das aber ab“, sagte er. Die Kontrahenten beschlossen, über das Gericht einen gemeinsamen Gutachter zu bestellen. Erst wenn der dokumentiert hat, wer Schuld am Schaden hat, kann die Reparatur erfolgen. Sonst lässt sich das Geld später nicht mehr einklagen. Laut Ortz immerhin ein sechsstelliger Betrag. „Dass gerichtliche Mühlen so lange mahlen, war mir nicht klar.“ Man sei jetzt erst so weit, dass der Gutachter kommende Woche bestellt werden könne. Wenn die Gegenseite nicht noch Einwände erhebt. „Die Priwall VI ist auch für uns ein Trauerspiel, was sehr ärgerlich ist“, sagte Andreas Ortz. Sofern der Gutachter nun bestellt wird, soll die Fußgängerfähre aber noch vor Saisonende wieder fahren. Foto und Text: HN

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