Eutiner NS-Opfer: Jeder Stolperstein ist ein Mahnmal

Angemessener hätte die Bürgergemeinschaft Eutin die Verlegung der sogenannten Stolpersteine durch Gunter Demnig nicht gestalten können. Am Montag hat der Künstler die kleinen Gedenktafeln, von denen er in Deutschland und Europa bereits über 73 000 verlegt hat, vor den ehemaligen Wohnhäusern dreier NS-Opfer in der Klaus-Groth-Straße 9 und Albert-Mahlstedt-Straße 20 in Eutin eingelassen – vor den Augen interessierter Zuschauer und von Schülern der Beruflichen Schule, musikalisch begleitet vom Süseler Klezmer-Trio „TriBunt“. Die Stolpersteine erinnern an den Sozialdemokraten und Gewerkschafter Carl Ullrich sowie die Jüdinnen Alice und Jenny Nathan.

Bürgermeister Behnk: „Eine würdige Erinnerung auf Schritt und Tritt“

Kreispräsident Harald Werner zeigte sich tief bewegt: „Heute hat Eutin denen Menschlichkeit und Liebe zurückgegeben, die hier schlimmes Leid erfahren haben“, sagte er. Und Bürgermeister Carsten Behnk nannte das Stolperstein-Projekt „eine würdige Erinnerung auf Schritt und Tritt“. Er betonte: „Jeder Stein ist ein Denkmal – ein Mahnmal, dass wir eines Tages nicht noch mehr Steine verlegen müssen.“ Mit Nicola Weil, Rechtsanwältin aus England, nahm auch die Urenkelin von Alice Nathan an der Zeremonie teil. Die Würdigung ihrer Urgroßmutter verfolgte sie „sehr dankbar und sehr berührt“. Damit so ein Unrecht, wie es ihre Verwandten erfuhren, nie wieder geschieht, empfahl sie: „Keeping on talking about it – reden Sie weiter darüber!“ vg

 

Die Sprecherin der Bürgergemeinschaft Eutin, Regine Jepp, hatte die Stolperstein-Aktion mit Gunter Demnig organisiert. Der Künstler durfte sich ins Goldene Buch der Stadt Eutin eintragen. (Fotos: Graap)

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