Ahrensbök verliert seinen Landhandel

Gebr. Rentzow schließt Ende Mai

Eine Ära geht zu Ende: Nach über 120 Jahren schließt das Geschäft „Gebr. Rentzow Garten und Tierfuttermarkt“ in der Bahnhofstraße in Ahrensbök am 31. Mai für immer seine Türen. Auf dem Grundstück wird dann das Projekt „ Barrierefreies Wohnen Am Apfelgarten“ entstehen.
Der damalige Land- und Getreidehandel und Mühlenbetrieb wurde bereits um 1900 herum von den Brüdern Wilhelm und Otto Rentzow gegründet. Nach dem 1. Weltkrieg ging Otto nach Gronenberg, so dass Wilhelm das Geschäft solange allein weiterführte, bis sein Sohn, der auch Otto hieß, alt genug war, um einzusteigen. Dieser musste jedoch im 2. Weltkrieg nach Norwegen, so dass Wilhelm wieder einmal auf sich gestellt war. „Unsere LKWs sind auch konfisziert worden damals, nur die Fahrer kamen zurück,“ erinnert sich Gertraude Willert-Rentzow, „wir haben dann mit Pferd und Wagen weitergemacht.“

Gute Beratung wurde groß geschrieben

Der nächste Tiefpunkt kam im Januar 1969: Bei einem Feuer brennt sowohl der Mehlboden als auch das Silo ab, das Feuer entstand in den damaligen Stromglocken. „Das passierte nachts um halb eins, ein Teil der Mühle und das Silo ist lichterloh abgebrannt, auch die Feinmüllerei. Dann mussten wir zusehen, dass wir zur Ernte im Juli wieder fertig waren,“ erzählt Gertraude Willert-Rentzow. Der Landhandel hat unter anderem Lohnspritzen angeboten und Mais und Rüben gedrillt. „Wir haben immer wieder umgestellt und uns der Zeit angepasst, 1974 haben wir dann mit einem Saatenständer und Pflanzenschutzprodukte angefangen, denn die Nachfrage war da“, erzählt die heute 81-jährige Gertraude Willert-Rentzow. Ende der 70er Jahre erfolgte der Anbau und das Geschäft war dem Grünen Warenhaus angeschlossen. 1983 stieg dann Tochter Katharina mit ein, Schwester Susanne Meyer-Rentzow folgte 1995 als Vater Klaus Lungenkrebs bekam. Zwei Jahre später verstarb der Vater, so dass Gertraude den Landhandel bis heute zusammen mit ihrer Tochter Katharina weiterführte. „Futtermittel ist unsere Stärke, dafür kommen die Leute von überall her. Wer zu uns kam wusste, er wurde richtig beraten,“ erzählt Katharina Weller-Rentzow.

Bis Ende Mai ist noch geöffnet

Im November 2016 kam dann das Angebot zum Verkauf, welches die beiden annahmen. „In ein paar Jahren hätten wir eh aufgehört, aber wer weiß, was dann ist. So wissen wir, was auf uns zukommt, denn wir wohnen weiterhin nebenan“, sagt Katharina Weller-Rentzow. Am 31. Mai ist der letzte Verkaufstag, jedoch wird das Geschäft an Freitagen und Sonnabenden im Juni zum Resteverkauf noch offen sein. Ein Besuch lohnt sich, denn es gibt ab Mai Rabatt auf die meisten Produkte außer Tiernahrung und Futtermittel und weitere Sonderangebote. „Viele Kunden waren schon als kleine Kinder hier. Für die jahrzehntelange Treue unserer Kunden möchten wir uns ganz herzlich bedanken!“ HOL

Foto: Katharina Weller-Rentzow und Mutter Gertraude Willert-Rentzow im Laden.

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