Lübeck bekommt eine neue Sternwarte

Astronomen ziehen in die Schule Grönauer Baum

Seitdem die Johannes-Kepler-Schule vor drei Jahren mitsamt der dort untergebrachten Sternwarte geschlossen wurde, guckten Lübecks Astronomiefreunde in die Röhre. Dank einer satten Finanzspritze durch die Sparkassenstiftung hat die Sternwarte jetzt ein neues Zuhause an der Schule Grönauer Baum gefunden.
Insgesamt belaufen sich die Baukosten auf 435 400 Euro. Die Stadt bezuschusst das Vorhaben mit 203 000 Euro, während die Sparkassenstiftung den kompletten Fehlbetrag stemmt. Hauptsächlich werden die Mittel für den Bau eines Beobachtungsturms mit astronomischer Kuppel verwendet.

Kein Lichtsmog: Freie Sicht auf die Sterne

„Wir sind mit dem neuen Standort in St. Jürgen sehr zufrieden“, sagte Oliver Paulien, Vorsitzender des Arbeitskreises Sternfreunde im Rahmen einer Pressekonferenz. „Weil es fern der Innenstadt wenig künstliche Lichtquellen gibt, ist die Umgebung frei von Lichtsmog. Das ermöglicht freie Sicht über den Großteil des Himmels.“
Da Astronomie keinen Platz in Lübecker Lehrplänen findet, schließt die Sternwarte eine wissenschaftliche Lücke. In ihren Hochzeiten habe man laut Paulien jährlich bis zu 3000 Gästen – darunter etliche Schulklassen – das Universum nähergebracht. Die neue Heimat von 128 Amateurastronomen soll bis zum Spätsommer 2020 fertiggestellt werden. Im Mittelpunkt der rollstuhlgerechten Anlage wird ein Teleskop im Wert von 100 000 Euro stehen. Die Stadt überlässt dem Verein die Räumlichkeiten zunächst für 15 Jahre.

Partizielle Mondfinsternis am 16. Juli

Bereits im Sommer können sich Interessierte ein eigenes Bild vom Fortschritt der Bauarbeiten machen. „Am 16. Juli 1969 ist die Rakete Apollo 11 zu ihrer Mondlandung gestartet. 50 Jahre später laden wir alle Interessierten ein, um sich mit uns die partielle Mondfinsternis anzuschauen“, so Oliver Paulien. pa

Foto: Freude über die gesicherte Zukunft: Der Vorstand der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung, Wolfgang Pötschke (l.), Frank Schumacher (2.v.l.) und Titus Jochen Heldt (r.) mit Kultursenatorin Kathrin Weiher und ASL-Vorstand Oliver Paulien. Foto: pa

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