Fußball-Mütter helfen krebskranker Familie

Großes Benefizturnier am 1. und 2. Juni in Hamberge

2014 hat Kathleen Kröger unter dem Dach des SV Hamberge die heutige E-Jugend ins Leben gerufen, die sie immer noch trainiert. Von Anfang an ist Jonas (10) Teil ihres Fußballteams. Wie auch sein Vater Sebastian (36) ist der Grundschüler inzwischen unheilbar an Krebs erkrankt. Um ihm den Wunsch einer letzten Urlaubsreise mit der gesamten Familie, über der das Damoklesschwert einer Erbkrankheit schwebt, erfüllen zu können, organisieren Kathleen Kröger und weitere Fußball-Mütter am 1. und 2. Juni in Hamberge ein Benefizturnier.

Sowohl Vater als auch Sohn sind an Krebs erkrankt

„Li-Fraumeni-Syndrom“ heißt der Gendefekt, den Sebastian Ewald bereits von seinem Vater geerbt hat, der mit 39 Jahren an Krebs verstarb. Weil dieses Gen beschädigt ist, können sich Krebszellen ungehindert vermehren. Die Wahrscheinlichkeit, bis um 30. Lebensjahr an Krebs zu erkranken, liegt bei 50 Prozent. Auch wenn das „Li-Fraumeni-Syndrom“ bislang kaum bekannt ist, ist es keineswegs selten. Forscher gehen davon aus, dass einer von 5000 Menschen dieses defekte Gen in sich trägt.

Bei dem dreifachen Familienvater wurden vor 1,5 Jahren Lungenkrebs, metastasiert in Kopf, Knochen und Leber, und zeitgleich ein Hirntumor diagnostiziert. Dass er noch lebt, ist fast schon ein Wunder, denn mit der Diagnose hatten ihm die Ärzte noch drei Monate Lebenserwartung in Aussicht gestellt.

„Li-Fraumeni-Syndrom“ ist ein Gendefekt

Noch ganz frisch ist die Diagnose bei seinem Sohn Jonas (10). Er ist an einem Hirntumor erkrankt. Aufgrund der Lage ist er inoperabel und zudem chemoresistent. Nur sieben Prozent der Erkrankten leben damit länger als zwölf Monate. Seine Freunde wissen noch nichts davon. Mit ihnen will er erst reden, wenn die Schule wieder anfängt.

Jonas kleine Schwester Neele (6) hatte ihren ersten Krebs bereits hinter sich, als sie zwei Jahre alt war. Bei ihr hatte sich ein Tumor im Oberschenkel gebildet, der unterstützt durch eine Chemotherapie operativ entfernt werden konnte. Momentan ist sie krebsfrei, aber die Krankheit kann jederzeit auch bei ihr wieder zuschlagen. Bei ihrer Schwester Lenja (sieben Monate) besteht Hoffnung, dass sie das „Li-Fraumeni-Syndrom“ nicht geerbt hat.

HSV, St. Pauli und VfB Lübeck wollen kommen

Dass die Familie den Gendefekt in sich trägt, wurde erst vor einem Jahr entdeckt, als nach Neele auch ihr Vater an Krebs erkrankte. „Der Onkologe wurde skeptisch und überwies die Familie an die Humangenetik. Dort wurden Vater, Sohn und Tochter positiv auf das Li-Fraumeni-Syndrom getestet“, erzählt Kathleen Kröger. „Die wenigsten wissen von einer solchen Erbkrankheit. Deshalb ist es der Familie so wichtig, darüber zu informieren“, weiß die Trainerin. An beiden Turniertagen wird Claudia Sablowski, 2. Vorsitzende der Li-Fraumeni-Association Germany, für Fragen vor Ort in Hamberge sein.

Groß ist die Resonanz auf das Benefizturnier, bei dem am 1. Juni Stormarner E-Jugend-Mannschaften gegeneinander spielen. Am 2. Juni werden die zwei besten Mannschaften dann gegen U10-Teams des HSV, VfB Lübeck, Holstein Kiel, Hansa-Rostock, St. Pauli und Eintracht Norderstedt spielen. Auf Spieler und Zuschauer wartet auf dem Sportplatz in der Schulstraße 14 von jeweils 10.45 bis 17 Uhr ein großes Rahmenprogramm mit Hüpfburg, Kinderschminken, Schussmessanlage, XXL-Menschenkicker, Essen und Trinken und vielem mehr. Diverse Bundesligavereine und örtliche Unternehmen unterstützen das Turnier mit Tombolapreisen und schickten signierte Trikots und Bälle, die versteigert werden sollen. pd

Foto: Lasse und die Mütter Svenja Tonding, Svenja Rydzewski und Kathleen Kröger (v. li.) freuen sich auf das Turnier, dessen Erlös der Familie von Sebastian und Jonas Ewald zukommen soll. Foto: Petra Dreu

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