Süsel: Schwimmtherapie mit Seelöwen?

Tiertrainer Isa und John Burke wollen ihr Traumprojekt umsetzen

Ende März wird es ernst für Isa und John Burke und ihr Projekt „Schwimmen mit Seelöwen“. Dann wird in der Süseler Gemeindevertretung über das Vorhaben der Bujendorfer Tiertrainer entschieden. Zwar erhält das Ehepaar viel Zuspruch für ihre Idee – unter anderem durch Bürgermeister Adrianus Boonekamp – zuletzt allerdings hatte der Planungsausschuss dagegen gestimmt.

John Burke kommt aus Clacton-on-Sea im Südosten Englands. „Ich arbeite schon fast vier Jahrzehnte mit Seelöwen – erstmals mit 14 beim Ferienjob in einem Delfinarium“, erzählt der Brite. Nach Deutschland sind Burke und seine Seelöwen Anfang der 90er-Jahre gekommen: Sie wurden für eine Show im Hansa-Park engagiert. 2017 lief die Seelöwen-Attraktion im Freizeitpark aus. „Wir könnten zwar mit unseren Tieren von Zirkus zu Zirkus reisen, aber wir möchten einen festen Platz für die Seelöwen haben und aus dem Showgeschäft aussteigen“, erläutert Isa Burke.

Die Entscheidung fällt die Kommunalpolitik

Der Traum der beiden Tiertrainer ist das „Schwimmen mit Seelöwen“: Auf einem Grundstück am Süseler Baum möchten sie vier Pools, Sanitäranlagen und ein kleines Café errichten und den Schwerpunkt auf tiergestützte Therapie legen. „Was Tiere mit Menschen machen, ist unglaublich. Als zum Beispiel Elli – das Mädchen ist Autistin – auf unseren Hof in Kontakt mit den Seelöwen kam, war sie wie ausgewechselt. Warum sollten Familien für so ein heilsames Erlebnis ins Ausland fliegen, wenn man es auch vor Ort anbieten kann?“, meint Isa Burke. Eine speziell ausgebildete Ergotherapeutin haben die Tiertrainer bereits an Bord. Außerdem will das Ehepaar die Bürger für die Reinhaltung der Meere sensibilisieren. „Wichtig ist uns, dass das kein Rummelpatz wird. Es ist keine öffentliche Geschichte, der Besuch erfolgt immer nur nach Anmeldung!“

Auswilderung ist keine Alternative

Eine Auswilderung der vier Seelöwen Micky, Lunita, Lou und Ozzy ist übrigens keine Alternative. „Die Tiere sind unter Menschenhand geboren, sie gehören zu unserer Familie“, betont John Burke. Skeptiker, die um das wohl der Seelöwen besorgt sind, laden die Burkes gerne ein, sich auf ihrem Hof in Bujendorf ein Bild von den Lebensbedingungen und dem Projekt zu machen. „Wir haben auf unserem Grundstück auch einen Gnadenhof für viele andere Tiere geschaffen, Pferde vor dem Schlachter gerettet, Schweinen, Hühnern, Ziegen, Schafen und Papageien ein neues Zuhause gegeben“, unterstreicht Isa Burke, dass man ihnen Tierquälerei mitnichten vorwerfen kann.

Auch Zweifel an ihrer Finanzkraft möchten Isa und John Burke zerstreuen: „Auch jedem Kommunalpolitiker stehen wir jederzeit Rede und Antwort. Unsere Finanzen liegen offen, die Investitionsbank Schleswig-Holstein unterstützt uns, obwohl wir deren finanzielle Hilfe gar nicht bräuchten“, so Isa Burke. Die Familie hofft auf eine positive Entscheidung – und dann soll so schnell wie möglich mit dem Bauen begonnen werden. Kontakt gibt es unter Telefon 0172 6983076.

Die Gemeindevertretung tagt am Donnerstag, 28. März, um 19 Uhr im Vereinsheim der SG Schwartautal, Eutiner Landstraße 30, in Groß Meinsdorf. vg

Foto: Haben seit 40 Jahren mit Seelöwen zu tun: John und Isa Burke üben mit ihren Tieren. Foto: Graap

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