Linienflüge ab 2020 vom Airport Lübeck?

EASA-Zertifizierung legt den Grundstein für regelmäßigen Flugverkehr in Blankensee

Nach mehreren Insolvenzen und Betreiberwechseln ist der Lübecker Flughafen wieder im Aufwind. Wenn es nach Airportbesitzer Winfried Stöcker geht, sollen schon im Sommer 2020 wieder Linienflüge starten. Der Grundstein dafür wurde am Montag gelegt, als Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) das offizielle Zertifikat der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) übergab.

„Damit hat der Flughafen Lübeck die Chance, wieder zu einer kleinen Drehscheibe des Luftverkehrs zu werden“, erklärte der Wirtschaftsminister im Rahmen einer Pressekonferenz. Der Zertifikatserteilung gingen 1,5 Jahre intensiver Prüfung durch die EASA voraus. 5000 Kriterien wurden untersucht. Die Kontrolleure nahmen die Tragfähigkeit der Start- und Landebahn genauso unter die Lupe wie die Durchführung von Mitarbeiterschulungen oder den Nachweis, dass jede einzelne verbaute Lampe Hersteller zertifiziert ist.

Der Flughafen will wieder an die erfolgreichen Zeiten anknüpfen

Vorgeschrieben ist die nun erteilte Lizenz bei Airports mit mehr als 10.000 Fluggästen im Jahr. Diese Zahl dürfte man in Lübeck-Blankensee locker überschreiten. Laut Flughafen seien in den erfolgreichsten Jahren zwischen 2000 und 2016, als regelmäßiger Linienflugbetrieb herrschte, jährlich bis zu 715.000 Passagiere abgefertigt worden.

Winfried Stöcker sparte in seiner Ansprache nicht mit Kritik an den diversen behördlichen Auflagen. Gerne würde es der Flughafenbesitzer und Euroimmun-Chef sehen, wenn Linienflieger demnächst Städte wie Frankfurt, München, Wien oder London anfliegen würden. Genaueres wollte er aber nicht sagen. Bestätigen konnte Stöcker aber eine geplante Kooperation für den Linien- und Charterverkehr mit der dänischen Fluggesellschaft Air Alsie. „Auch eine Verbindung nach Stockholm ist sehr gut vorstellbar“, so Stöcker.

Die dänische Fluggesellschaft Alsie ist bereits bestätigt

Der nötige Ausbau des Airports kommt laut Flughafengeschäftsführer Jürgen Friedel gut voran. Rund 60 Millionen Euro sind unter anderem für Arbeiten an der Entwässerungsanlage sowie ein neues Terminal und einen neuen Hangar veranschlagt. pa

Foto: Flughafeneigentümer Winfried Stöcker, Geschäftsführer Jürgen Friedel und Verkehrsminister Bernd Buchholz (v.li.) bei der Pressekonferenz anläslich der Zertifikatsübergabe. pa

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