Schwieriges Jahr für Weißen Ring

Holger Dabelstein

Hilfe für 74 Kriminalitätsopfer in Ostholstein.

2018 war für den Weißen Ring, der Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer, im Norden kein gutes Jahr. Die vorbildliche Arbeit der ehrenamtlichen Helfer wurde durch die Affäre um den Lübecker Außenstellenleiter Detlef H., dem die sexuelle Belästigung ratsuchender Frauen vorgeworfen wird, beeinträchtigt. „Die Frauen sind ein zweites Mal zu Opfern geworden. Und unserer Organisation ist ein großer Schaden entstanden“, sagte Holger Dabelstein, Leiter der Außenstelle Ostholstein, jetzt bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Eutin. Die Zahl der Hilfesuchenden hat sich gegenüber 2017 um 21 Prozent verringert. 74 Opferfälle wurden in Ostholstein betreut. „Der Einbruch erfolgte in der Zeit, als die Vorwürfe öffentlich wurden. Inzwischen haben sich die Zahlen wieder stabilisiert“, erläutert Dabelstein. Als vertrauensbildende Maßnahmen hat der Weiße Ring bei der Beratung das Sechs-Augen-Prinzip eingeführt und eine Vertrauensperson auf Bundesebene eingesetzt.

Dass die Arbeitsleitung der Ostholsteiner dennoch um 16 Prozent auf 2525 Stunden angestiegen ist, liegt an zwei Umständen: „Wir verzeichneten eine deutlich größere Nachfrage bei Vorträgen zu Information und Prävention. Zusätzlich haben wir die Kollegen in Lübeck unterstützt. Hinter uns liegt eine Herkulesaufgabe“, so das Resümé Dabelsteins, der sich für sein siebenköpfiges Team durchaus noch Verstärkung wünscht. Der Weiße Ring sei auf einem guten Weg, Vertrauen zurückzugewinnen. „Sorgen macht uns, dass es auch bei Spenden und der Zuweisung von Geldbußen durch Gerichte Einbrüche gab.“ Immerhin zahlt die Organisation auch finanzielle Unterstützung an Verbrechensopfer (2018: 6165 Euro) und stellt Gutscheine für psychologische und Rechtsberatungen aus.

»Kontakt zum Weißen Ring in Ostholstein gibt es unter Telefon 0151/55164750.

vg

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