„Kokoschka auf Reisen“

Kunstsammler Professor Dr. Heinz Spielmann und Museumsleiterin Dr. Julia Hümme zeigen ein Selbstporträt Oskar Kokoschkas. (Graap)

Das Eutiner Ostholstein-Museum zeigt Zeichnungen und Grafiken des österreichischen Expressionisten – Eröffnung am Sonntag.

Musik und einführende Wort stehen auf dem Programm, wenn das Eutiner Ostholstein-Museum am Sonntag, 3. März, um 11.30 Uhr eine Sonderausstellung mit Zeichnungen und Grafiken des Malers, Grafikers und Schriftstellers Oskar Kokoschka (1886-1980) eröffnet.

Bis zum 16. Juni zeigt das Museum unter dem Titel „Kokoschka auf Reisen“ rund 140 Exponate des Österreichers, der als einflussreicher Vertreter des Expressionismus und der Wiener Moderne zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts gehört. Die zwischen 1945 und 1974 entstandenen Werke aus der Hamburger Kunststiftung Spielmann-Hoppe sind auf zahlreichen Reisen – unter anderem nach Italien, Griechenland, Nordafrika, Hamburg, New York, London und Israel – entstanden. Zu sehen sind auch viele Selbstporträts.

„Diese Arbeiten sind wichtige Zeugnisse des großen Einflusses der Reiseerlebnisse auf Kokoschkas künstlerisches Werk und behandeln nicht nur das Motiv der Landschaft, sondern auch das Thema des verloren geglaubten ursprünglichen, traditionellen Lebens sowie der menschlichen Figur“, erläutert Museumsleiterin Dr. Julia Hümme. So entstanden auf seinen Reisen nicht nur italienische Landschaften, nordafrikanische Marktszenen und Studien nach antiken griechischen Statuen, sondern auch Porträts von Zeitgenossen wie zum Beispiel Konrad Adenauer. „Kokoschka liebte es schnell zu zeichnen und seine Bilder von hochgelegenen Punkten aus zu gestalten“, berichtet der Sammler und Kurator Professor Dr. Heinz Spielmann. Der Kunsthistoriker war früher Landesmuseumsdirektor in Gottorf und hatte Kokoschka 1965 kennengelernt und ihn auf die eine oder andere Reise begleitet. Sein Wissen um die Entstehung der Werke gibt der Ausstellung eine ganz persönliche Note.

Schon 1908 träume Oskar Kokoschka, der an der Kunstgewerbeschule in Wien studierte, von einer Afrika-Reise – erst 1923 wurde sie Wirklichkeit. Nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg, in dem er schwer verletzt wurde, wandte sich Kokoschka in seinem künstlerischen Ausdruck dem Expressionismus und der Wiener Moderne zu. Von den Nationalsozialisten als „entarteter Künstler“ diffamiert, ging er zuerst ins Exil nach Prag, um dann nach England zu fliehen. Erst 1953 ließ er sich in der Schweiz nieder, wo er als hoch angesehener Künstler in Montreux starb.»www.oh-museum.de

vg

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