Travemünde: Neue Regeln für den Grünstrand

Wer auf der Liegewiese „Grünstrand“ nicht nur seine Sonnenliege auspacken, sondern auch etwas Leckeres brutzeln möchte, musste sich schon mehrfach auf neue Vorschriften einstellen. Jetzt gibt es wieder Änderungen. Bis zur Neugestaltung der Strandpromenade im Jahre 2011 war das Grillen auf der Wiese am Ende der Strandpromenade komplett verboten. Dann baute die Kurverwaltung zwei feste Grillstationen auf, nur dort durften Besucher ihre Steaks aufs Rost werfen. Die beiden Grillplätze kamen bei den Gästen gut an, jedoch gab es bald „einige Probleme“, wie ein aktueller Bericht der Verwaltung aufzählt: „So reichten die Grillflächen für größere Gruppen nicht aus, es wurden deshalb eigene Grillgeräte mitgebracht. Muslimische Besucher konnten die festen Grillstationen gar nicht nutzen, weil darauf möglicherweise zuvor Schweinefleisch zubereitet wurde, was dazu führte, dass von diesem Personenkreis ebenfalls eigene Grillgeräte mitgebracht wurden, welche nicht im Zusammenhang mit den festen Grillstationen genutzt wurden.“

Besucher brachten eigene Grillgeräte mit

Im Sommer 2017 wurde das Grillverbot dann aufgehoben. Jeder Besucher durfte fortan seine eigenen Gerätschaften mitbringen und aufstellen, wo er wollte. „Der Grünstrand ist inzwischen sowohl für Einheimische als auch für Besucher des Ostseeheilbades ein so attraktiver Treffpunkt geworden, dass wir aufgrund der aktuellen Entwicklungen das bisherige Grillverbot aufheben, um dem Bedarf gerecht zu werden“, begründete Senator Sven Schindler (SPD) damals die Entscheidung.

Anwohner beschwerten sich im Sommer über den Rauch

Im sehr sonnigen Sommer 2018 waren es dann einige Anwohner, die Probleme hatten: Zahllose Grills ließen an Wochenenden Rauchschwaden über die Wiese wabern. Weitere Beschwerden drehten sich um „die Brandgefahr aufgrund Trockenheit sowie Ruhestörung, verbotswidriges Campen und Zweckentfremdung der öffentlichen Toiletten und der Strandduschen für das Duschen und Geschirrspülen mit Seifenlauge“, zählt der aktuelle Bericht der Verwaltung auf.

Jetzt darf nur noch an den festen Stationen gegrillt werden

Der derzeitige Lösungsvorschlag: Gegrillt werden darf zur Saison 2019 wieder nur an den festen Stationen. Die Kurverwaltung wird zusätzlich für 8000 Euro vier weitere Grillplätze mit nicht brennbarem Untergrund schaffen, auf denen selbst mitgebrachte Grills eingesetzt werden können. Gegrillt werden darf nur noch in der Zeit von 9 bis 21 Uhr. Eine entsprechende Beschilderung soll dafür sorgen, dass die Besucher von den neuen Regeln auch erfahren. Für deren Durchsetzung soll am Wochenende ein privater Wach- und Sicherheitsdienst sorgen, wofür 6000 Euro kalkuliert sind. Zusätzlich wird für 3500 Euro ein Container zum Geschirrspülen bereitgestellt, so dass niemand mehr seinen Abwasch im WC-Häuschen erledigen muss.

Nach der Grillsaison 2019 soll eine Auswertung der Maßnahmen erfolgen. HN

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