Zukunft der Eutiner Schulen: Kostenfrage weiter nebulös

Politik beschließt Bürgerentscheid-Gegenfrage und 3-Feld-Sporthalle.

Eines ist bereits jetzt klar, und darüber sind sich im Grunde alle Fraktionen in der Eutiner Stadtvertretung einig: Die Kreisstadt bekommt am Standort Kleiner See eine neue 3-Feld-Sporthalle mit Zuschauertribüne. Das haben die Kommunalpolitiker am Mittwoch mit überwältigender Mehrheit beschlossen.

Wichtig ist die Halle nicht nur für den Schulsport, sondern auch für die örtlichen Sportvereine. Sie soll ein zentraler Veranstaltungsort werden und auch Wettkämpfe auf Landesmeisterschaftsniveau ermöglichen. Eine erste Schätzung geht von einem Kostenrahmen in Höhe von gut 4,5 Millionen Euro aus.

Wie verlässlich diese von der Verwaltung ermittelten Zahlen sind, ist allerdings in den Fraktionen umstritten. Das gilt insbesondere für den Kostenvergleich für die Schulbauprojekte, über die – das ist jetzt amtlich – am 26. Mai in einem Bürgerentscheid abgestimmt wird. In der Kostenrahmen-Ermittlung wurden zwei Alternativen gegenübergestellt: 1. neue Grundschule am Kleinen See und sanierte Wisser-Gemeinschaftsschule am Berg; 2. Grundschule und Wisser-Schule als neues Schulzentrum am Standort Kleiner See (wie auf der Abbildung oben). Die 3-Feld-Halle ist jeweils inklusive. Nach der Kostenaufstellung der Stadtverwaltung wäre der Neubau eines gemeinsamen Schulzentrums drei Millionen Euro oder gut zehn Prozent teurer.

Kostenvergleich wurde noch nicht einmal öffentlich vorgestellt.

Erläuterungen zu den Zahlen gab es auf der Stadtvertretersitzung allerdings nicht – das Papier, das die Kosten für das vielleicht größte Bauprojekt in der Eutiner Historie schätzt, wurde nicht einmal diskutiert. Thorben Junge von der Bürgerinitiative „Vernunft macht Schule“, der das Geschehen vom Zuschauerrang aus verfolgte, schüttelt über die Darstellung nur den Kopf: „Das Papier ist nicht zu gebrauchen und teils schöngerechnet.“ So würden in der von der Stadt favorisierten Variante Kosten für die 2-Feld- Halle und die Tiefgarage an der Wisser-Schule fehlen, zum anderen sei für das Schulzentrum eine viel zu große Fläche angesetzt worden. „Auch wir wollen für die Gemeinschaftsschule nur das Raumbuch umsetzen“, so Junge.

Komplizierte Wahl: Auf dem Stimmzettel werden 3 Fragen stehen.

Wie hoch die Kosten am Ende auch immer sein mögen, feststeht, dass der Bürgerentscheid kommt. Und er wird nicht so ganz einfach werden. Denn die Mehrheit von CDU, Grünen und FDP beschloss, bei der Abstimmung eine Gegenfrage zu stellen: Auf den Wahlzetteln wird neben der Frage zum Neubau eines Schulzentrums auch folgende Ankreuzmöglichkeit stehen: „Sind Sie dafür, dass eine neue Grundschule am Standort Kleiner See inklusive Förderzentrum und 3-Feld-Sporthalle mit Tribüne für sich allein gebaut wird und die Wisser-Schule am bisherigen Hauptstandort mit eigener 2- Feld-Sporthalle plus Gym- nastikraum baulich saniert und erweitert wird?“ Falls beide Fragen mehrheitlich bejaht werden, steht eine dritte Frage auf dem Stimmzettel – welchem Vorhaben man den Vorzug gibt …

vg

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