Neue Exponate im Hansemuseum

Museumsdirektorin Dr. Felicia Sternfeld (re.) beobachtet den Austausch der Exponate. (Olaf Malzahn)

Die neuen Leihgaben der Dauerausstellung stammen aus den Städtischen Museen Brügge.

Das Europäische Hansemuseum präsentiert den Besuchern ab sofort neue Exponate in der Dauerausstellung. Die Leihgaben stammen aus den Städtischen Museen Brügge. Einige Exponate aus Brügge, die bisher in Lübeck gezeigt wurden, reisen wieder zurück in ihre Heimat, um in dem ab Mai wiedereröffneten Museum Gruuthusemuseum ausgestellt zu werden.

Im Tausch dafür bekommt das Europäische Hansemuseum jedoch neue Objekte, die ab sofort im Kabinett „Brügge“ zu sehen sind. „Wir freuen uns sehr über die internationalen Leihgaben und dass wir Exponate aus Brügge zeigen können, die nicht nur von einem vielfältigen Handel zeugen, sondern auch den Austausch verschiedener Kulturen zu Zeiten der Hanse belegen“, sagt Museumsdirektorin Dr.

Felicia Sternfeld.

Unter den neuen Exponaten befinden sich unter anderem eine Amphore aus Spanien (16. bis 17. Jahrhundert), die zum Transport von Lebensmitteln benutzt wurde und eine Majolika-Schüssel aus Italien (1490 bis 1500). Während sich organische Materialien, wie Stoff oder Leder im Boden leicht zersetzten und Metallgegenstände wiederverwertet wurden, blieb Keramik erhalten. Umso mehr zeugen Keramikfunde wie diese von einem internationalen Handel der Stadt Brügge seit dem 12. Jahrhundert.

Brügge war nicht nur einer der wichtigsten Handelsknotenpunkte Europas, sondern bis in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts hinein hatte Brügge, neben Lübeck, das Monopol in der Verarbeitung und dem Handel mit Bernstein. Der wertvolle Rohstoff wurde vor allem zu Rosenkränzen weiterverarbeitet. Im Europäischen Hansemuseum sind unterschiedliche Produktionsreste dieser Bernsteinverarbeitung aus Brügge zu bestaunen. Highlight unter den neuen Leihgaben ist eine Gürtelschnalle mit Tierornamentik aus dem 12. Jahrhundert. Die verzierte Schnalle ist ein hochwertiges und regionales Handwerksprodukt und zeugt von den wohlhabenden Bewohnern und Kaufleuten, die in der Stadt lebten und Handel betrieben.

Hubert de Witte, Direktor der Städtischen Museen Brügge, der den Exponataustausch betreut und mit durchgeführt hat betont, wie wichtig es für Brügge ist, im Europäischen Hansemuseum vertreten zu sein: „Es geht ja nicht allein um die Exponate, sondern um die Kombination mit der Inszenierung der Brügger Markthalle. Brügge ist einer der vier Hauptteile des Museums, deshalb sind wir natürlich stolz, auch mit Exponaten hier vertreten zu sein“, unterstreicht Hubert de Witte.

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