Nachwuchs für die Pflege gewinnen

Am Donnerstag besiegelten die Vertragspartner im SEK Eutin die Kooperationsvereinbarung. (Graap)

Netzwerk in Eutin gegründet: Projekt soll authentischen Einblick in den Beruf vermitteln.

„care4future – Wir begeistern dich!“ lautet das Motto, unter dem sich in Eutin ein Netzwerk zur Nachwuchssicherung in der Pflege gegründet hat. Am Donnerstag wurde im Sankt Elisabeth Krankenhaus (SEK) eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Neben der Klinik beteiligen sich das DRK-Pflegezentrum, die Fachschule für Altenpflege des DRK und das Voß- Gymnasium am Projekt.

Für die Gesundheitswirtschaft wird es zunehmend schwieriger, motiviertes Fachpersonal zu finden und junge Leute für die Ausbildung in Pflegeberufen zu rekrutieren. Die intensive Auseinandersetzung mit zukünftigen Arbeitgebern und mit den Möglichkeiten der Berufsausbildung in der Pflege soll helfen, diesen Trend umzukehren. Oft herrscht gerade in der Berufsorientierungsphase ein Mangel an Information. Ein gemeinsam ausgetüftelter Lehrplan der Netzwerkpartner wirkt dem entgegen: Schüler sollen im Rahmen eines Kurses einen möglichst authentischen Einblick in die Pflegeberufe bekommen.

„An die Schüler habe ich eine Botschaft: Vergesst alles, was Ihr bisher über Pflege gehört habt! Das öffentliche Bild spiegelt nicht wider, was Pflege tatsächlich bieten kann“, betont SEK-Geschäftsführerin Kerstin Ganskopf. „Es gibt viele Wege in die Pflege, und die Tätigkeiten sind breit gefächert.“ Insbesondere auch deshalb, weil Kranken- und Altenpflege jetzt zu einem Beruf zusammenwachsen, wie  Dr. Hildegard Entzian vom Landessozialministerium, das das Projekt fördert, erläutert. „Außerdem gibt es so viele Weiterbildungs- und Studienchancen, dass es zahlreiche Karrieremöglichkeiten gibt. Man kann selbst entscheiden, ob man später nah am Menschen oder zum Beispiel in der Wissenschaft arbeiten möchte“, unterstreicht Elke Strelow, Leiterin der DRK-Fachschule für Altenpflege.

Die Zusammenarbeit mit Gymnasiasten ist also durchaus sehr sinnvoll. Der erste Kurs findet im Rahmen des offenen Ganztagsangebotes in der Voß-Schule statt und dauert bis Juni. Die Schüler der 8. bis 10. Jahrgangsstufe werden dabei durch Auszubildende der Pflegeberufe sozusagen „auf Augenhöhe“ begleitet. Auch praktische Selbsterfahrungen oder das Erlernen grundlegender Pflegehandgriffe stehen auf dem Programm. Man sei mit weiteren Schulen für ganzjährige Kurse im nächsten Schuljahr im Gespräch, so Projektleiter Alexander Wilker. vg

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