Großes Hospiz- und Palliativzentrum geplant

Unterzeichnen die Vereinbarung: Günter Kämer (v. l.), 1. Vorsitzender der Lübecker Hospizbewegung, Fred Mente, Geschäftsführer der Vorwerker Diakonie, Thomas Schell, Geschäftsführer des Palliativnetzes Travebogen, und Uwe Arendt, Leiter des Vereins Die Muschel. (mpa)

Vier Kooperationspartner unterzeichnen Absichtserklärung. Projekt ist deutschlandweit einmalig.

Vor einem Jahr entwickelten Studierende der Fachhochschule Lübeck erste Ideen für ein bundesweit einzigartiges Hospiz- und Palliativzentrum in Lübeck. Jetzt konnte mit einem Letter of Intent von den vier beteiligten Kooperationspartnern eine Absichtserklärung unterzeichnet werden, die die Rahmenbedingungen für „dieses Leuchtturmprojekt festschreibt“, so Thomas Schell, Geschäftsführer des Palliativnetzes Travebogen. Dieses zählt neben der Vorwerker Diakonie, der Lübecker Hospizbewegung sowie dem ambulanten Kinder- und Jugendhospiz „Die Muschel“ zu den beteiligten Netzwerkpartnern. „Wir machen uns auf den Weg“, so Schell, der in der unterzeichneten Absichtserklärung ein Signal für den Start in der Hansestadt sieht.

Nicht nur das 2009 gegründete Palliativnetz Travebogen, das als Zusammenschluss von Ärzten, Pflegediensten, ambulanten Hospizdiensten, stationären Einrichtungen und Ehrenamtlichen eine umfassende palliative Betreuung in Lübeck und der Region gewährleistet, stößt durch die stetig steigende Zahl an hilfsbedürftigen Menschen räumlich und personell an Grenzen. Auch im Rickers-Kock-Haus der Vorwerker Diakonie an der Moislinger Allee „sind längst ebenfalls die Grenzen erreicht“, unterstreicht Geschäftsführer Fred Mente. Eine Erweiterung am Standort ist nicht möglich. So wollen beide Einrichtungen als Bauherren für ein neues Hospiz- und Palliativzentrum antreten. Geplant ist weiter, dass die Lübecker Hospizbewegung und der Verein „Die Muschel“ als Mieter in dem beabsichtigten Komplex einziehen.

Alles konzentriert unter einem Dach: Ziel dabei ist, mit dem gemeinsamen Wissen und den Erfahrungen schwerstkranken Menschen ein angst- und schmerzfreies Sterben in vertrauter Umgebung zu ermöglichen und Angehörige dabei bestmöglich zu begleiten. Das Vorhaben soll unter anderem ein Tageshospiz und eine Akademie beherbergen. Alle vier Einrichtungen verfügen durch Palliativmediziner- und pflegekräfte, Psychologen, Physiotherapeuten, Sozialarbeiter sowie Ehrenamtler über ein großes Spektrum an Unterstützungsmöglichkeiten. „Wir wollen unsere Ressourcen so einsetzen, dass die bereits vorhandenen Strukturen optimal genutzt werden, um den Patienten und ihren Angehörigen einen würdevollen Abschied zu ermöglichen“, unterstreicht Thomas Schell. Allein das Palliativnetz Travebogen hat im vergangenen Jahr 1159 sterbende Menschen begleitet.

Für das in der beabsichtigten Form deutschlandweit einmalige Projekt wird noch ein geeignetes Grundstück in Hektargröße gesucht. „Wir haben drei private Grundstücke im Blick, aber noch ist nichts konkret“, verrät Thomas Schell, der sich auch über Vorschläge der Stadtspitze freuen würde. Nach weiteren konkreten Planungen werden in Kürze Architekten ins Boot geholt. Das finanzielle Volumen ist – vorsichtig geschätzt – enorm. Zuschüsse seitens des Landes sind möglich, Spenden ausdrücklich erwünscht. „Wir planen aber so, als wenn wir keine zusätzlichen Gelder haben“, sagt der Geschäftsführer des Palliativnetzes Travebogen. mpa

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