Der Kirche gehen die Pastoren aus

Wie lange wird die Kirchengemeinde Zarpen noch eigenständig sein? Antworten auf diese Frage gibt es auf der Gemeindeversammlung am Sonntag, 16. Dezember (3. Advent), um 11 Uhr in der Kirche Zarpen. (pd)

Kirchengemeinde Zarpen informiert am Sonntag über den Veränderungsprozess des Kirchenkreises.

Vom Fachkräftemangel sind nicht nur Handwerker und Techniker betroffen, auch die Evangelisch-Lutherische Kirche hat Nachwuchsprobleme:

Ihr gehen die Pastoren aus. Wie eine Lösung für die Kirchengemeinden im Amt Nordstormarn aussehen könnte, will die Kirchengemeinde Zarpen ihren Mitgliedern in einer öffentlichen Gemeindeversammlung am dritten Adventssonntag erläutern.

Noch sind alle Pfarrstellen in Zarpen, Reinfeld und den umliegenden Kirchengemeinden besetzt. Das jedoch könnte sich schon bald ändern, wenn Erhard Graf, Pastor der Kirchengemeinden Klein Wesenberg und Hamberge zum 1. Januar 2020 in den Ruhestand versetzt wird. Nach zwölf Jahren bei der Marine trat er im Mai 2008 die Nachfolge von Pastor Christian Uecker an, der ein Jahr zuvor überraschend verstorben war. Mit seiner Lauffreude hat er die Kirchengemeinde geprägt und sich selbst die Kraft für sein großes Amt verschafft. Er muss sich zwischen den Kirchengemeinden Hamberge und Klein Wesenberg aufteilen, zu denen die Ortsteile Heidberg, Wesenbergerheide und Klein Schenkenberg sowie Groß Wesenberg mit Rosenhagen und Herweg, Groß Barnitz, Klein Barnitz, Westerau mit Stückendamm und Trenthorst und die Lübecker Ortsteile Reecke und Rennsahl gehören.

Wie wird die Zukunft in der Region aussehen, wenn die Gebiete noch größer gefasst werden sollen? „Um den daraus resultierenden Folgen Rechnung zu tragen, wird eine stärkere regionale Zusammenarbeit der Pastorinnen und Pastoren notwendig“, sagt der Zarpener Pastor Nils Wolffson. „Das Spektrum der damit einhergehenden kirchlichen Themen ist groß. Wir wollen den Prozess nutzen, um die Qualität der kirchlichen Arbeit zu sichern“, ergänzt seine Ehefrau und Pastorin Isabelle Wolffson. Sie muss es wissen, denn als Mitglied der Konzeptgruppe des Kirchenkreises hat sie an dem bis zum Jahr 2030 ausgelegten Veränderungsprozess mitgewirkt, durch den die Kirchengemeinden zu Kirchspielen werden sollen.

Die Begeisterung über die Veränderungen, die damit verbunden sind und direkte Auswirkungen auf das Leben in den Gemeinden haben, halten sich in den politischen Gremien allerdings in Grenzen.

Bürgermeister und Einwohner gleichermaßen fürchten um das Gemeinschaftsleben, das in den vergangenen Jahren mühsam aufgebaut worden sei und jedes Dorf von kirchlicher Seite mitgeprägt habe. „Unsere Kirche und das Gemeindehaus stellen für die meisten Einwohner unseres Dorfes einen zentralen Ort der Zusammenkunft dar, der durch Taufe, Konfirmation, Heirat oder Beerdigung fest mit dem Kreis des Lebens jeder Familie verbunden ist. Sich diesen ohne Pastor im Pastorat vor Ort vorzustellen, käme einer Schifffahrt ohne Kapitän gleich“, sagt etwa Doris David.

Pastor Nils Wolffson steht den neuen Herausforderungen positiv gegenüber: „Ich freue mich auf die positiven Auswirkungen dieses Prozesses für unsere kirchliche Arbeit.“

Die Mitglieder der Kirchengemeinde Zarpen werden die ersten sein, denen der Veränderungsprozess im Kirchenkreises Plön-Segeberg näher erläutert wird. Die Gemeindeversammlung ist öffentlich. Sie findet am Sonntag, 16. Dezember, ab 11 Uhr im Anschluss an den Gottesdienst in der Kirche Zarpen, Hauptstraße 59 statt. pd

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