Stadtteilbüro Travemünde: Trennung von Schülern und Besuchern

Dass das neue Travemünder Stadtteilbüro in die Räume des Kurbetriebs und damit ins Gebäude der Stadtschule ziehen soll, brachte die Elternschaft auf den Plan. Der Grund: Sie sorgt sich um die Sicherheit der Kinder. Nun besuchten zahlreiche Travemünder Eltern und Schüler den Hauptausschuss im Rathaus. Eine Durchmischung „schulfremder Personen“, also Besuchern des Stadtteilbüros, mit Kindern in der Schule sei „kaum zu verhindern“, hieß es in einem Papier, das der Elternbeirat vorbereitet hatte.

Im Hauptausschuss wurde angesichts der Besucher aus Travemünde der Tagesordnungspunkt Stadtteilbüros vorgezogen. Senator Ludger Hinsen rechtfertigte die Pläne: „Wir gehen nicht in die Zeit herein, wo ihre Kinder da sind“, sagte Hinsen. „Wir gehen erst dann herein, wenn der normale Schulbetrieb vorbei ist.“ Je nach Bedarf solle das Büro an zwei Nachmittagen öffnen. In der Nachmittagsbetreuung könne es allerdings „theoretisch in der Tat zu Vermischungen kommen.“ Der Andrang werde aber nicht so groß sein, „dass da plötzlich 20 oder 30 Leute durch das Gebäude rennen“, sagte Hinsen.

Ausschussmitglied Ulrich Krause (CDU) erklärte dazu, er habe keine Probleme mit der Einrichtung eines Stadtteilbüros, „solange klar ist, dass eine klare Trennung erfolgt zwischen dem Schulbereich und dem Verwaltungsbereich.“ Ein Zugang zum Schulbereich solle ausgeschlossen sein. Krause hatte dazu einen entsprechenden Antrag mitgebracht, der dann auch so beschlossen wurde: „Durch organisatorische und erforderlichenfalls auch bauliche Maßnahmen ist sicherzustellen, dass Besucher der Außenstelle des Stadtteilbüros wie auch des Kurbetriebs keinen Zutritt zu den von der Schule genutzten Bereichen bekommen“, heißt es darin.

Bleibt die Frage nach dem Raumbedarf der Schule, die schon lange hofft, die Räume der Kurverwaltung in zusätzliche Klassenzimmer umzuwandeln: „Wir brauchen mehr Räume“, hatte Schulleiter Michael Cordes Anfang November im Wochenspiegel gesagt. In diesem Jahr mussten schon Grundschüler abgelehnt werden.

Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) verwies dazu auf ein Gutachten, in dem „der Gutachter zu dem Ergebnis kommt, dass die Räumlichkeiten sehr auskömmlich sind und für den Bedarf ausreichend.“ Jetzt müsse ergründet werden, warum der Schulgutachter zu diesem Ergebnis gekommen sei und es vor Ort eine andere Wahrnehmung zum Bedarf gebe. „Das prüfen wir jetzt“, so Lindenau.

Von der Einrichtung des Stadtteilbüros ist das nach Darstellung der Verwaltung unabhängig: Sollte der Kurbetrieb eines Tages Platz machen für zusätzliche Schulräume, soll das Stadtteilbüro mit umziehen. HN

Schüler und Eltern besuchen den Hauptausschuss im Lübecker Rathaus. Man will das Stadtteilbüro aus Sicherheitsgründen nicht in der Stadtschule haben. HN

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