Lübeck begrüßt 228 Neubürger

Große Freude bei Mutter und Kind: Anna Hanf, die aus Ungarn stammt, nahm mit ihrer Tochter von Innensenator Ludger Hinsen die Einbürgerungsurkunde entgegen. (mpa)

Menschen aus 56 Nationen bekamen vom Innensenator ihre Einbürgerungsurkunde.

Wer in Deutschland eingebürgert wird, muss zuvor acht Jahre dauerhaft in Deutschland leben, seinen eigenen Lebensunterhalt verdienen, die deutsche Sprache auf dem Niveau B1 beherrschen, sich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes bekennen, darf nicht vorbestraft sein und muss einen Einbürgerungstest bestehen.

2018 hat Maryyam Barekzei diese Hürde neben 227 weiteren Menschen in Lübeck gemeistert. „Für mich ist es eine große Erleichterung“, sagt sie. Die junge Frau aus Afghanistan lebt seit acht Jahren in Lübeck. Zuerst sei ihr Mann nach Deutschland gegangen, sie vor acht Jahren nachgekommen. 2010 wurde in Lübeck geheiratet, drei Jahre später kam der Sohn in der Hansestadt zur Welt. Nach anfänglichen großen Unsicherheiten konnte die junge Frau ein Praktikum sowie eine Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistentin absolvieren. Sie ist bei Kinderwege tätig und froh, nun gleichberechtigte Bürgerin zu sein. „Ich fühle mich mit der deutschen Staatsbürgerschaft sicher“, sagt sie. Von nun an gibt es keine Probleme mehr wegen einer Aufenthaltserlaubnis, und reisen kann sie nun auch: „Meine Schwester lebt in England und ist dort noch nicht eingebürgert.“ Gleich im Dezember fliegt sie nach langer Trennung zu Besuch zu ihrer Schwester.

Neben der Flucht vor Krieg und Verfolgung gibt es viele andere Gründe für Menschen, ihre Heimat zu verlassen. Der wohl schönste Grund mag der Liebe wegen sein. Die neu Eingebürgerten in Lübeck stammen aus 56 Nationen, darunter Frankreich, Spanien, Griechenland, England, Polen, Ungarn, Vietnam, Kenia, Armenien, Ägypten, Georgien, Peru oder Marokko. Auch aus den USA stammen einige Neu-Lübecker.

Innensenator Ludger Hinsen hieß alle Eingebürgerten mit ihren Familien zur feierlichen Übergabe einer Einbürgerungsurkunde in der MuK willkommen. „Wir freuen uns auf Sie“, sagte Hinsen. „Wir gehören jetzt zusammen, aber wir erwarten auch viel von Ihnen“, sagte der Innensenator an die Adresse der neuen Lübecker. „Sie haben bisher ganz viel Engagement und Anstrengung aufgebracht, um hierher zu kommen und deutsche Staatsbürger zu werden. Machen Sie so weiter. Engagieren Sie sich in Vereinen und Verbänden und bringen Sie sich in unserem gemeinsamen Leben ein.“

Nach und nach vergab er alle Einbürgerungsurkunden. Eine Russin, nun Deutsche und Lübeckerin, umarmte ihn. Familienangehörige machten Fotos von dem freudigen Ereignis. Eine Ungarin kam Freude strahlend auf die Bühne und brachte auf dem Arm ihr Töchterchen mit Kopfschmuck in den Farben Schwarz-Rot-Gold gleich mit. „Denken Sie daran“, sagte Hinsen. „Sie sind jetzt wir. Sie sind sogar mein Chef, ich bin ihr Angestellter. Und das ist so gemeint, da können Sie sicher sein.“ mpa

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