Pro Reinfeld lud zum Spaziergang durch das umstrittene Neubaugebiet

Zu einem Spaziergang durch das bereits viel diskutierte mögliche Neubaugebiet zwischen dem Messingschläger Teich und der Bundesstraße 75 hatte die Bürgerinitiative „Pro Reinfeld“ vergangenen Sonntag eingeladen.

Eins wurde deutlich: Politik und Initiative gehen von unterschiedlichen Dimensionen aus. Knapp 30 Reinfelder versammelten sich am Dröhnhorster Weg, einige erstanden dort sogleich weiße T-Shirts, auf denen in großen Lettern „Pro Reinfeld“ zu lesen ist. Die Shirts hatten die Initiatoren der Initiative als Erkennungsmerkmal anfertigen lassen.

Was geschieht mit Häusern am Dröhnhorster Weg?

Klein und schnuckelig ist der Dröhnhorster Weg, der geradewegs zum angedachten Neubaugebiet führen soll. Die schmale Wohnstraße hat keinen Bürgersteig, sondern grenzt an den meisten Stelle direkt an die zum Teil schon älteren Wohnhäuser. Deren Bausubstanz hat sicherlich schon bessere Zeiten gesehen, dennoch sind die Häuser teilweise seit mehreren Jahrzehnten das Zuhause seiner Bewohner, die sich nun um ihre Zukunft sorgen. „Die Straße soll auf 6,50 Meter ausgebaut werden. Einige Häuser werden dafür weichen müssen“, bedauerte Thorsten Bartholl, Sprecher der neuen Bürgerinitiative.

Landwirt Uwe zum Felde rückte Aussagen der Bürgerinitiative gerade

Am Ende der Bebauung, wo die Ackerflächen beginnen, wartete Landwirt Uwe zum Felde auf die „Spaziergänger“ – und nahm das Zepter in die Hand. Überaus redegewandt rückte er zunächst einige Aussagen der Bürgerinitiative gerade. Zum einen seien seine Ackerflächen kein Schwemmland und die derzeit ausgewiesenen vier Teilflächen seien lediglich Vorschläge, die nach Meinung der Stadt als Bauland infrage kämen. „Diese Flächen hält der Bauamtsleiter, der jetzt von allen Seiten Prügel bekommt, für möglich. Das heißt doch nicht, dass alle Flächen auch bebaut werden sollen“, so zum Felde, der auch erzählte, bereits 1996 von der Stadt angesprochen worden zu sein. „Damals wollte ich nicht verkaufen. Außerdem gab es andere Flächen in Reinfeld, die besser geeignet waren. Vor fünf Jahren ist die Stadt dann noch einmal an mich herangetreten“, erläuterte der Landwirt, der spätestens im nächsten Jahr seinen Betrieb an den Nagel hängen möchte.

Gibt es 60 oder 340 Baugrundstücke?

Unter den Spaziergängern waren neben je einem Vertreter der WIR und der SPD auch Lorenz Hartwig, Vorsitzender des CDU-Ortsvereins. „Die Leute sind nicht alle richtig informiert. Ich gehe von der Bebauung einer Teilfläche mit vielleicht 60 Wohneinheiten aus, aber nicht von 340, wie sie die Bürgerinitiative ins Spiel gebracht hat“, sagte er. Die Bürgerinitiative geht von einer Bebauung aller vier Teilflächen mit zusammen 25 Hektar aus. Bartholl: „Bei 50 neuen Einwohnern pro Hektar bedeutet das einen Zuwachs von 1250 neuen Einwohnern, eine Steigerung um 14 Prozent und damit eine enorme Steigerung des Autoverkehrs und eine zusätzliche Belastung der gesamten Infrastruktur.“ pd

 

Foto: Landwirt Uwe zum Felde (Mitte) wartete auf die Spaziergänger, die die Bürgerinitiative „Pro Reinfeld“ eingeladen hatte – und übernahm das Zepter. © Dreu

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