Broschüre über das Leben von Karl Fick

Ein Kämpfer, der nie aufgab:  Der frühere Kultursenator Ulrich Meyenborg hat sich mit dem Wirken von Karl Fick befasst.

Der Sozialdemokrat, die auf seinem Lebensweg viele Kämpfe durchgestanden und nie aufgegeben hat, war als Häftling des KZ Neuengamme 1945 auf der Cap Arcona, die zusammen mit dem Frachter Thielbeck am 3. Mai von britischen Bombern in der Lübecker Bucht vor Neustadt versenkt wurde.

Der Senator a.D., selbst gebürtiger Fackenburger und aufgewachsen in Stockelsdorf, hat bereits etliche Chroniken verfasst, darunter auch die zum 125-jährigen Jubiläum der SPD Stockelsdorf. „Es wird Zeit, auch Karl Fick endlich mal ein verdientes Andenken zu gewähren“, so Meyenborg. Bislang gab es noch keine Würdigung seines Lebens und Wirkens. Weil ihm das sehr am Herzen liegt, hat Meyenborg auf fünf Seiten alle Informationen dazu zusammengetragen.

Der Sozialdemokrat Karl Fick setzte sich unter anderem als Mitglied im Stockelsdorfer Gemeinderat, im Landesausschuss (Kreistag) in Eutin und im Landtag des Freistaates Oldenburg/Niedersachsen, zu dem Eutin damals gehörte, für die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Arbeitnehmer und benachteiligter Menschen ein. Sein Kontrahent war auf Seiten der NSDAP damals der Eutiner Rechtsanwalt Johann Heinrich Böhmcker, der für die Verhaftung Ficks im Jahr 1933 und die Einweisung in das provisorische KZ Eutin verantwortlich zeichnete.

Der Name Karl Fick tauchte auch in der Liste der verfolgten Sozialdemokraten und Kommunisten auf, mit denen sich das Konfirmandenprojekt von Pastorin Almuth Jürgensen beschäftigte. Im Gegensatz zu den anderen Inhaftierten ist Karl Fick der einzige Stockelsdorfer, der aufgrund seiner politischen Überzeugung gestorben ist. Er war ein bedeutender Politiker mit überragender Ausstrahlung. Aus diesem Grund wird Ralf Labeit, Fraktionsvorsitzender der SPD in Stockelsdorf, auf der nächsten Hauptausschusssitzung die Anfertigung einer Gedenktafel beantragen. „Diese Tafel soll dann zur Erinnerung an Karl Fick auf dem Gelände seines ehemaligen Wohnhauses in der Ahrensböker Straße 36 aufgestellt werden“, so der Wunsch des Fraktionsvorsitzenden. HÖ

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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Andenken an Karl Fick zu bewahren. Es könnte eine Straße als Karl-Fick-Straße benannt werden. Auch ein Stolperstein wäre möglich, die vorrangig für Opfer des Nationalsozialismus verlegt werden. In Stockelsdorf gibt es noch keine Stolpersteine. Darüber hinaus könnten sich Schulen mit dem Sozialdemokraten beschäftigen. Dafür wird Ralf Labeit den Schulen die Broschüre zur Verfügung stellen. Interessierte können die Broschüre im Rathaus, in der Villa Jebsen oder im Herrenhaus bekommen.
Foto: Ulrich Meyenborg (li.), selbst gebürtiger Stockelsdorfer und Lübecker Senator a.D., übergab zusammen mit Ralf Labeit, Fraktionsvorsitzender der SPD, die Biografie über den verfolgten SPD-Politiker Karl Fick an Bürgermeisterin Julia Samtleben. © HÖ

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