DRK eröffnet Secondhandshop an der Moislinger Allee

Geschäft vereint Kleiderladen, Änderungsschneiderei und Upcycling.

Eine Lederjacke wird zu einem schicken Rucksack, aus einem Herrenoberhemd entsteht ein Kinderkleidchen. Das alles kann und macht Taher Hamad Amen. Er kam als Flüchtling vor drei Jahren nach Lübeck. Schnell stellte sich heraus, dass der erfahrene Schneider genau der Richtige ist, um die Idee eines innovativen Secondhandshops Wirklichkeit werden zu lassen.

Das Konzept des am Montag eröffneten Geschäftes „StoffReich“ an der Moislinger Allee 218 vereint gleich drei Dinge: Secondhandshop, Änderungsschneiderei und Modewerkstatt. Taher Hamad Amen kreiert aus verschiedenen Materialien Röcke, Hosen, Kleider, Taschen und Rucksäcke. Der Clou: Aus scheinbar nutzlosen Stoffen entstehen neuwertige Produkte. Upcycling wird dieses Verfahren genannt.

„Das Thema Upcyling passt hervorragend zu unserem Konzept, gebrauchten Dingen einen neuen Sinn zu geben – und diese als Unikate anzubieten. Zudem schont die Wiederverwertung von bereits genutzten Materialien die Verwendung von Rohstoffen“, begründet DRK-Geschäftsführer Stefan Krause die Erweiterung des klassischen Kleiderladens.

Weitere Angebote im „StoffReich“ sind die Änderungsschneiderei und Nähkurse, die unabhängig von Herkunft, Alter und Geschlecht, Menschen zusammenbringen, die kreativ sein möchten. So wie auch Kleiderläden an sich immer Treffpunkte sind, die einen Austausch zwischen Menschen mit und ohne Hilfebedarf ermöglichen.

Für Taher Hamad Amen ist der neue Job ein Glücksgriff, wie er sagt. Und ein hervorragendes Beispiel für gelungene Integration. „Ich möchte gute Arbeit für die Kunden leisten und freue mich, wenn sie zufrieden sind“, erklärt der 32-Jährige. Auch zwei Langzeitarbeitslose bekamen im Kleiderladen eine neue, berufliche Perspektive. Durch Beschäftigungsprojekte konnten sie in ein Arbeitsverhältnis übernommen werden, eine dritte Arbeitssuchende bekommt ab November einen Teilzeitjob.

Zahlreiche Ehrenamtliche unterstützen zudem den Betrieb des DRK-Secondhandshops. Ohne diese verlässlichen und engagierten Menschen wären Kleiderläden in dieser Form nicht denkbar. Sie sortieren die gespendete Ware, helfen beim Auspreisen und im Verkauf.

Die Einnahmen aus den Verkaufs- und Serviceangeboten dienen dem Erhalt und der Refinanzierung des DRK-Secondhandshops, der als soziales Angebot eine zentrale Rolle im Miteinander dieses Stadtteils spielt. Wer den Kleiderladen unterstützen möchte, kann hier nicht nur einkaufen, sondern gern auch Stoffreste oder nicht mehr benötigte Kleidung spenden. Und auch Zeit. Egal, wie viel.

Ehrenamtliche Helfer werden immer gesucht

Wer noch eine funktionstüchtige Nähmaschine besitzt und diese nicht mehr braucht, kann auch damit helfen. Einfach im Geschäft in der Moislinger Allee 218 abgeben. Die Maschinen werden für die geplanten Nähkurse eingesetzt.

 

Foto: Schneider Taher Hamad Amen zeigt seine Upcyling-Kreationen. © DRK

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