Deutsche Bank spart Geld, Kunden schauen in die Röhre

Kein SB-Automat für Ratekau – Behindertenbeauftragte enttäuscht.

Schlechte Nachricht für alle Deutsche-Bank-Kunden in Ratekau: Nachdem das Geldinstitut ihre Filiale in der Bäderstraße im vergangenen Jahr aus Kostengründen geschlossen hatte, wird es dort alternativ auch keinen SB-Geldautomaten geben. Das ist das Ergebnis der Gespräche zwischen dem DAX-Unternehmen und der Gemeinde. „Darüber sind wir sehr enttäuscht“, sagte die Behindertenbeauftragte der Gemeinde Ratekau, Gabriele Priedemann. Gemeinsam mit der ehemaligen Vorsitzenden des Seniorenrates der Gemeinde, Irmgard Bartholomè, initiierte sie eine Unterschriftenaktion, an der sich über 1400 Bürger beteiligt hatten (der Wochenspiegel berichtete). Außerdem hatte sich Dr. Ekkehart Harhausen bereit erklärt, in der Blücher-Passage neben seiner Apotheke einen Platz für einen SB-Automaten zur Verfügung zu stellen. Letztlich ohne Erfolg. Die Deutsche Bank argumentiert, dass viele ihrer Kunden nun die bestehenden Selbstbedienungsfilialen, vor allem in Sereetz und Pansdorf, nutzen würden. Auch die Filiale Bad Schwartau würde mehr frequentiert. „Für DB-Kunden besteht außerdem die Möglichkeit, die sogenannte Deutsche Bank Card plus (18 Euro Jahresbeitrag, Anmerkung der Redaktion) zu nutzen. Damit können unsere Kunden an allen Geldautomaten bis zu zwölf Mal im Jahr kostenfrei Bargeld abheben“, heißt es in einem Schreiben an Bürgermeister Thomas Keller. Für Gabriele Priedemann ist das nur ein schwacher Trost: „Rund 40 Prozent der mehr als 4000 Einwohner der Gemeinde Ratekau sind über 60 Jahre alt. Ca. 20 Prozent haben einen Behinderungsgrad zwischen 30 und 100 Prozent und sind teilweise sehr stark in ihrer Mobilität eingeschränkt. Die können nicht mal eben zum nächsten Automaten fahren.“ Wer sich für die DBplus-Karte entscheidet, bekommt sie allerdings nicht geschickt, sondern muss sie in der Filiale in Bad Schwartau abholen. afu

 

Foto: Sie sind enttäuscht über die Reaktion der Deutschen Bank: Gabriele Priedemann (li.) und Irmgard Bartholomè. © afu

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