Die Gardasee-Voralpen – ein Eldorado für Klettersteige

Aktivurlauber, die Höhe und Nervenkitzel suchen, verbringen ihre Ferien gerne im nördlichen Teil des Gardasees. Denn dort warten zahlreiche Klettersteige für Anfänger und Fortgeschrittene darauf, bezwungen zu werden.

Wer den ultimativen Kick sucht und seinen Urlaub gerne in atemberaubenden Höhen verbringen möchte, ist am Gardasee mit seinen umliegenden Bergen genau richtig. Denn das Nordende des „Lago di Garda“ gilt als Eldorado für alpine Kletterer und garantiert Nervenkitzel am Drahtseil. Sportkletterer, aber auch Familien mit Kindern oder jene, die mal etwas Neues ausprobieren möchten, kommen dort auf ihre Kosten. Viele Steiganlagen entstanden im ersten Weltkrieg. Sie dienten als Versorgungswege oder um Soldaten zu postieren. Heute werden die sogenannten Vie ferrate oder auch Eisenrouten ausschließlich touristisch genutzt und verbinden Klettersport, Naturerlebnis und Abenteuer-Feeling.

Welche Ausrüstung benötige ich für einen Klettersteig?

Doch Vorsicht: Klettersteiggehen ist nicht ungefährlich. Damit das Vergnügen nicht zum Verhängnis wird, ist die richtige Ausrüstung nötig. Dazu gehören der Klettergurt,  das Klettersteig-Set bestehend aus zwei Karabinern, Bandfalldämpfer und einer Verbindung zum Gurt, ein Helm, Handschuhe und festes Schuhwerk. Zudem sollten sich Anfänger unbedingt von einem erfahrenen Kletterer einweisen lassen oder besser einen Klettersteig-Kurs absolvieren, indem sie neben den Grundtechniken lernen, sich vor alpinen Gefahren zu schützen. Solche Kurse werden sowohl von den Alpenvereinen wie auch von Alpinschulen und Bergführern angeboten.

Buchstaben helfen Schwierigkeit von Steigen richtig einzuschätzen

Für die Schwierigkeitsbewertung der Klettersteige hat sich vor allem die österreichische Skala von A für wenig schwierig bis E wie extrem schwierig etabliert. Zu den A/B-Klettersteigen gehört beispielsweise der Via ferrata dei Colodri. Mit einem Gesamthöhenunterschied von 270 Metern ist er nahezu ideal für Einsteiger und Kinder und dauert etwa zwei bis drei Stunden. Ausgangspunkt hierfür ist der Campingplatz in Arco. Nachdem die ersten Meter steil nachobenverlaufen, führt der weitere Streckenverlauf diagonal entlang einiger Bergrisse. Zwischendurch gibt es viele Standplätze, die kurzes Pausieren erlauben und den Blick auf die beeindruckende Felswand des Colodri und das Tal des Fiume Sarcamit seinen riesige Wein- und Obstplantagen ermöglichen. Ist das Gipfelplateau erst erreicht, erschließt sich der Blick über die Dächer von Arco, Torbole und Riva bis zum Berg Monte Baldo und zum Gardasee. Der schönste Weg zurück führt über Santa Maria di Laghel mit Blick auf wunderschöne Olivenhaine in die malerische Altstadt von Arco.

Ferrata Torrente Sallagoni – ein  Klettersteig für Fortgeschrittene

Etwa eine halbe Autostunde davon entfernt, unterhalb der Ortschaft Drena im Sarcatal, befindet sich ein weiterer Klettersteig. Der kurze, aber anspruchsvolle Steig Ferrata Torrente Sallagoni ist mit der Schwierigkeitsstufe B/C für Fortgeschrittene bestens geeignet. Die Strecke verläuft oberhalb des Salagoni-Flussbettes entlang glatter Felswändeunddurchteilweise enge Felsspalten. Das Rauschen des Baches und die urwaldähnliche Vegetation sorgen für eine tolle Atmosphäre. Der Gesamthöhenunterschied beträgt 210 Meter, der sich in etwa zwei Stunden überwinden lässt.

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Klettersteiggehen im Monte-Baldo-Massiv

Noch spektakulärer ist das mehr als 2000 Meter hohe Monte-Baldo-Massiv am Ostufer des Gardasees. Am Kamm des Berges befindet sich der Ferrata delle Taccole. Dieser D-Steig ist nur für geübte Kletterer zu empfehlen. Obwohl er mit einer Stunde reiner Steigzeit recht kurz ist, erfordert er Erfahrung, einen ruhigen Fuß und das Überwinden von sehr steilen Passagen. Nach einem Gesamthöhenunterschied von 700 Metern erschließt sich eine überwältigende Sicht auf den Gardasee. Wer diese Tour machen möchte, sollte dafür fünf Stunden einplanen, da allein schon der Zustieg etwa zwei Stunden einnimmt. Er führt jedoch durch mehrere Vegetationsstufen und ein riesiges Geröllfeld aus Kalkgestein. af

 

Foto oben:  Der nördliche Teil des Gardasees ist besonders bei Klettersteiglern beliebt.

Foto mitte: Ein Kletterhelm, ein Klettergurt sowie ein Klettersteigset mit zwei Karabinern sorgen für die nötige Sicherheit am Klettersteig.

Foto unten: Logbuch mit grandioser Aussicht: In der Höhe von 2100 Metern genießen Kletterer einen tollen Blick auf den Gardasee und können sich im Gipfelbuch der „Ferrata delle Taccole“ verewigen.

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