Bürgerinitiative Wildblüten kämpft für die Grünflächen Lübecks

Die Bürgerinitiative setzt sich seit 20 Jahren dafür ein, dass mehr Wildblumen in Lübeck blühen. Projektleiterin Christa Fischer möchte dies besonders durch die richtige Pflege der Pflanzen und eine gute Zusammenarbeit zwischen der Initiative und der Stadt Lübeck erreichen.

Insekten sind die wichtigsten Bestäuber. Hummeln, Honig- und Wildbienen sowie weiteren Insekten fehlt es aber an Wohnraum und Nahrung, denn blühende Wiesen sind Mangelware.
Immer noch werden zahlreiche Grünbereiche in Gemeindehand, zum Beispiel an Straßen, in Parks und Spielplätzen pflegeleicht gehalten – zum Nachteil der Vielfarbigkeit durch Wildblumen und damit ebenso der Insektenwelt. Aber es geht auch anders.

Gründung der Bürgerinitiative Wildblumen in der Stadt Lübeck

Im Juli 1998 wurde die Bürgerinitiative Wildblumen in der Stadt gegründet, die inzwischen ihr 20. Jubiläum feiern kann. Die Künstlerin Christa Fischer gehört zu den Gründern dieser Lübecker Initiative und ist, trotz ihrer fast 78 Jahre, immer noch begeisterte und tatkräftige Projektleiterin.

Wildblumenwiesen als Kulturprojekt

Die Initiative machte sich für den Erhalt der farbigen Wildblumenvielfalt stark, die Hummeln, Bienen und anderen Insekten Nahrung bieten. Bereits 1999 wurden die Wildblumenwiesen beiderseits des stadtseitigen Brückenaufgangs zur Klughafenbrücke als Kulturprojekt ins Leben gerufen und weitere, mehr als 20 Rasen- und Brachflächen, in schützenswerte bunte Wildblumenwiesen verwandelt.

Mehr als 150 unterschiedliche Wildblumen- und Kräuter gedeihen in Lübeck

An der Falkenstraße, in reichlicher Fülle an der Kanalstraße, Krähenstraße, Wesloer Brücke, Herrenwyk und Bornkamp und besonders schön – dank optimaler Mahd durch den Hausmeister Jürgen Graack – auch beim Museum für Natur und Umwelt. Mehr als 150 unterschiedliche Wildblumen und -kräuter wachsen in diesen Wiesen. Wegwarte, Wilde Malven, Schafgarbe, Kartäusernelken, echtes Labkraut, Hornschotenklee, Königskerze und Platterbse entfalten, auch dank der fachgerechten Frühjahrsmahd durch Stadtgrün und Verkehr, ihre ganze Pracht. „Auch die durchsetzungsfähige Wiesenflockenblume und der blaue Wiesenstorchschnabel entwickelten sich erfolgreich“, freut sich Christa Fischer.

Die richtige Pflege der Pflanzen ist ein Muss

Doch trotz der guten Erfolge in den vergangenen 20 Jahren hat die Öko-Aktivistin auch Grund zur Sorge. „So schön die Anlagen der Wildblumenwiesen sind, keine bleibt auf Dauer ohne die so wichtige, richtige Pflege erhalten“, so Fischer. „Neben dem Verzicht auf eine 14-tägige Scherrasen-Mahd, darf nur ein bis zwei Mal im Jahr mit Motor-Sense oder Balkenmäher gemäht werden. Der Grünschnitt muss entfernt werden, denn nur so können Jungpflanzen wieder keimen und verrotten nicht im Mulch“, ergänzt die Naturschützerin.

Wunsch nach guter Zusammenarbeit zwischen der Bürgerinitiative und der Stadt

Obwohl die Einsaat und Pflege der Blumenwiesen in Schleswig-Holstein keine Tradition hat, bleibt Christa Fischer zuversichtlich. Sie wünscht sich eine wirklich gut funktionierende Zusammenarbeit mit den Entsorgungsbetrieben Lübeck, Bereich Stadtgrün und Verkehr und den beauftragten Fremdfirmen und dort auch eine intensiv beratende Tätigkeit.

Wildblumen trotzen der anhaltenden Dürreperiode

„Wie wichtig die heimischen Wildblumen sind, zeigte sich ganz aktuell auch in der Trockenperiode der letzten Wochen. Gräser sind flächenweise staubtrocken verdorrt, aber die Wildblumen zeigten trotz der Dürre weiterhin in ihre Blütenpracht und boten somit Nahrung für die Insekten“, freut sich die Naturliebhaberin. KvD

Bürgerinitiative Wildblumen sucht Interessenten

Die Bürgerinitiative Wildblumen in der Stadt sucht dringend Nachwuchs. Wer Interesse an heimischen Wildblumen und -pflanzen hat, kann sich gerne für weitere Infos bei der BUND-Geschäftsstelle, Telefon 0451/ 7 66 66 oder per E-Mail: info@bund-luebeck.de melden. Gesucht werden interessierte Menschen die bereit sind, hin und wieder Hand anzulegen und auch mit einer Motorsense und/oder einem Balkenmäher fachgerecht umgehen können.

 

Foto oben: Projektleiterin Christa Fischer erfreut sich an der Blütenpracht auf der Wildblumenwiese Wesloer Brücke.

Foto unten: Eine Honigbiene genießt den Nektar eines blauen Wiesenstorchschnabels. Fotos: KvD

 

 

 

 

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