Ein Lebensmittelmarkt für den Priwall

Zu Ostern 2019 soll ein neuer Edeka auf dem Priwall eröffnen. Die Freude der Bewohner ist groß. Sie zeigten bereits riesiges Interesse bei der Info-Veranstaltung.

Der Vorstand der Gemeinschaft der Priwallbewohner hatte zum Informationsabend in die Seglermesse geladen – und wurde vom Ansturm der Einwohner überrascht. Gut hundert Gäste wollten die Vorstellung des für die Halbinsel geplanten Edeka-Marktes nicht verpassen.

Priwallbewohner klagen über weite Wege zum Einkaufen

Bislang müssen die Anwohner für ihre größeren Einkäufe mit der Fähre auf die Stadtseite von Travemünde fahren oder mit dem Pkw ins Mecklenburger Hinterland. „Nun bin ich ja Priwallbewohner und hab schon so manche Höhen und Tiefen des Einzelhandels auf dem Priwall erlebt“, sagte der Vorsitzende des Priwallvereins Eckhard Erdmann bei der Begrüßung. Er drücke den Investoren die Daumen, dass das alles klappe.

1200 Quadratmeter Verkaufsfläche für den Priwall-Edeka geplant

Auch Reimer Jens, Geschäftsführer der Jens GmbH & Co. KG, zeigte sich überrascht über die große Anteilnahme der Anwohner. Sein Unternehmen ist bekannt als Betreiber von Edeka-Märkten an der Ostsee. Edeka Jens gibt es unter anderem auf Fehmarn, in Großenbrode, Heiligenhafen, Weißenhäuser Strand und schon seit zwölf Jahren in Niendorf, wo im März ein Neubau eröffnet wurde. Den hatten sich einige Teilnehmer der Veranstaltung sogar extra schon angesehen, denn mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche soll der Priwall-Edeka genauso groß werden. Neben dem Sortiment aus Regalen und Kühltheken soll es einen Bäcker im Vorkassenbereich, eine Obst- und Gemüseabteilung mit einer Salatbar sowie eine Frischetheke für Fleisch, Wurst und Käse geben.

Priwall-Edeka soll barrierefrei und modern werden

Das Erdgeschoss ist den Verkaufs- und Lagerflächen vorbehalten. Wie bei allen Jens-Märkten soll es generationsfreundliche Gangbreiten geben, die auch für Rollatoren und Rollstuhlfahrer geeignet sind. Im Obergeschoss finden Personal-, Sozial- und Büroräume Platz. Und darüber, zurückgesetzt mit Terrassen, eine Wohnung für Mitarbeiter, Räume für die Verwaltung und eventuell Mieter aus dem medizinischen Bereich. Vor dem Gebäude an der Mecklenburger Landstraße entstehen 65 Parkplätze. Die Fassade wird von Klinker und Lärchenholz bestimmt. Im Inneren soll eine offene Decke mit sichtbarer Technik für ein großes Raumgefühl sorgen. „Wir finden das modern und ansprechend“, erklärte der technische Leiter Martin Jellinghaus, der für den Neubau auf dem Priwall verantwortlich ist.

Edeka schafft mehr Arbeitsplätze auf dem Priwall

Das immerhin auf das Jahr 1856 zurückgehende Unternehmen will sich aber auch sozial engagieren. „Jetzt aktuell spenden unsere Kunden für die Jugendfeuerwehren vor Ort“, erklärte Jens. Die Kunden spenden Pfand, die Summe wird vom Unternehmen dann noch aufgestockt. Nicht zuletzt bedeutet die Ansiedlung auch Arbeitsplätze auf dem Priwall. 35 bis 40 Mitarbeiter soll der neue Markt haben, vom Marktleiter bis zu den Azubis (Ausbildungsbeginn ab August 2019). Man suche „tatkräftige Mitarbeiter, die serviceorientiert sind. Und für unsere Kunden einfach da sein wollen“, erklärte der Geschäftsführer, der bereits mit Flyern auf Mitarbeitersuche ist.

Geld abholen auf dem Priwall

Nach der Präsentation durfte das Publikum Fragen stellen. Das interessierte sich auch für die Bargeldversorgung. Reimer Jens verwies auf das Cashback-System, bei dem sich Kunden ab einem Einkauf von 20 Euro auf Karte 200 Euro auszahlen lassen können. In Niendorf gibt es zusätzlich einen Geldautomaten. Ob so ein Gerät auch nach Travemünde kommt, wird derzeit noch geprüft.

Attraktives Sortiment zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis

Priwall-Bewohner Rudi Lichtenhagen wollte wissen, welchen Bäcker der Markt für den Priwall unter Vertrag hat. „Noch keinen“, antwortete Jens. Und Eckhard Erdmann vom Priwallverein erkundigte sich nach der Preisgestaltung im Vergleich zu Travemünder Märkten. Reimer Jens erklärte, man wolle den Bewohnern ein attraktives Sortiment zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. „Das wird hier keinen Priwall-Aufschlag geben“, versprach er. Zu Jahresanfang haben die Investoren und zukünftige Betreiber des Edeka-Marktes den Grundstückskaufvertrag mit der Hansestadt Lübeck abgeschlossen. Geplant ist, im August mit dem Bau zu beginnen. Bis Ostern nächsten Jahres soll Eröffnung sein. HN

 

Foto: Standen den Priwall-Anwohnern Rede und Antwort: Der technische Leiter Martin Jellinghaus (links) und Reimer Jens, Geschäftsführer der Jens GmbH & Co. KG. © HN

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