Die Maria im Dom zu Lübeck

Sie sind winzig klein bis riesengroß, mal versteckt, mal unübersehbar: 38 alte Mariendarstellungen im Lübecker Dom hat Gustav Querfurth entdeckt und in seinem neuen Buch beschrieben.

Es heißt „Maria im Dom zu Lübeck“ und zeigt in 66 Abbildungen, Darstellungen und Symbole der Jungfrau Maria. Am häufigsten ist Maria als Mater dolorosa, als „schmerzensreiche Mutter“ dargestellt. Unübersehbar ist die Maria zur Rechten Jesu am Triumphkreuz von Bernt Notke. „Mich berührt das sehr“, so Querfurth. Auf der anderen Seite Jesu stehe der Jünger Johannes. Beiden weist er einander als Mutter und Sohn zu, kurz bevor er stirbt, so heißt es im Johannesevangelium der Bibel.

Älteste Mariendarstellung im Lübecker Dom

Auch die älteste Mariendarstellung im Dom zeigt die Maria als Mutter unter dem Kreuz. Es ist eine einfache Wandmalerei aus dem Jahr 1342 und versteckt in der Gruft des Bischofs Bocholt. Ganz klein ist eine Darstellung der Szene unter dem Kreuz auf der Seitenwand eines alten Oblatenkästchens. Eine der ältesten zugänglichen Darstellungen ist der kleine Altar der Stecknitzfahrer, auf dem Maria mit dem Jesuskind abgebildet ist.

Seit 30 Jahren in der Lübecker Domgemeinde aktiv

Neben dem Marienaltar gibt es im Dom zwei große Madonnen, Bilder, geschnitzte Seitenwangen alter Kirchenbänke und Andachtsbilder. Gustav Querfurth ist bereits seit 30 Jahren ehrenamtlich in der Lübecker Domgemeinde aktiv. Seit einigen Jahren führt er Gruppen durch die Kirche. Er hat ein besonderes Faible für christliche Symbole und Ikonografie. Mit dem neuen Buch über die Mariendarstellungen hat Gustav Querfurth bereits das vierte Buch dazu geschrieben. Und obwohl er den Dom kennt wie kaum ein anderer, entdeckt er immer wieder etwas Neues. Oder wird darauf aufmerksam gemacht. „Das sind für mich immer kleine Wunder“, sagt Querfurth, etwa als während einer Domführung eine Teilnehmerin in der Marientidenkapelle im Ostchor an den Kapitälen eine Mariendarstellung entdeckte. „Die hatte ich vorher noch nie gesehen.“ Nun hat er die Kapitäle fotografiert und in sein Buch aufgenommen.

Kirchenführungen mit Gustav Querfurth

Doch das Buch ist nicht nur reine Abbildung von Figürlichem im Dom. Querfurth bezieht die biblische Maria immer wieder mit ein. Vor allem Meditationen zu Predigten von Pastor Wolfgang Grusnick zur Maria setzt er in Bezug zu den Mariendarstellungen und mit ihr verbundenen Symbolen. „Mich fasziniert die biblische Maria als Mutter von Jesus“, so Querfurth. Zwar habe mit der Reformation die Darstellung der Maria im Dom geendet. Aber der Weg Marias an Jesu Seite bis zur Himmelfahrt sorge auch in den Kirchenführungen immer wieder für regen Austausch. Angeregt durch die Abbildungen und Darstellungen, ganz gleich ob winzig klein oder riesengroß.

Buch über Mariendarstellungen im Lübecker Dom

Gustav Querfurth: „Maria im Dom zu Lübeck“, 66 Abbildungen, 28 Seiten, DIN A4, 15,95 Euro. Bezug über den Autor per E-Mail an gustavquerfurth@web.de.

 

 

Foto: Gustav Querfurth hat ein neues Buch über Mariendarstellungen im Dom zu Lübeck geschrieben. © Langhorst/ Kk Ll

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