Umweltschutz in den eigenen vier Wänden – so geht’s

Mit Smart-Home-Technik den Energiebedarf drosseln Bild: Fotolia, © Herrndorff

Geht es um die Lösung von Problemen rund um die globale Erwärmung oder den Rückgang wertvoller Ökosysteme auf unserem Planeten, ist in erster Linie die Politik gefragt. Allerdings beginnt Umweltschutz im Kleinen bei jedem Einzelnen, wie Verbände nicht müde werden, zu betonen. Doch welche Möglichkeiten gibt es, im täglichen Leben umweltbewusst zu handeln und wie wirken sich diese aus? Hier sollen ein paar Beispiele gegeben werden.

Umwelt- und Klimaschutz zählen für jeden fünften Deutschen zu den drängendsten Themen unserer Zeit. Das ergab eine repräsentative Bevölkerungsumfrage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Jahr 2016. Dabei ergeben sich gerade im eigenen Haushalt vielfältige Möglichkeiten, nachhaltig und umweltbewusst zu leben.

Mit Smart-Home-Technik den Energiebedarf drosseln

 In Zeiten knapper werdender Rohstoffe und drastischer Klimaveränderungen wird es immer wichtiger, Energie zu sparen. Moderne Technik kann dabei eine Hilfe sein, zum Beispiel sogenannte „Smart-Home-Systeme“. Dieser Begriff wird in verschiedenen Zusammenhängen verwendet:

  • Für intelligente Einzellösungen im heimischen Bereich, zum Beispiel eine moderne Heizungssteuerung.
  • Für ein System, das aus mehreren miteinander vernetzten Produkten besteht.
  • Für einen komplett vernetzten Haushalt.

Zu den zentralen Eigenschaften von Smart-Home-Systemen gehören ein gewisser Grad an Vernetzung und Automatisierung. Um beispielsweise Heizenergie effizient zu nutzen, können solche Lösungen sinnvoll eingesetzt werden. Die einzelnen Heizkörper in den unterschiedlichen Räumen können damit auf vorher festgelegte Zeiten oder Veränderungen in der Umgebung programmiert werden:

  • Bei geöffneten Fenstern regelt sich die Heizung automatisch herunter.
  • Dasselbe gilt zu Tages- oder Nachtzeiten, zu denen niemand zu Hause ist.
  • Energieschonendes langsames Aufheizen führt zu Wohlfühltemperaturen, wenn diese gewünscht sind.
  • Einige Systeme lassen sich mit Wetterstationen oder Fenstersensoren vernetzen und reagieren automatisch auf die Außentemperaturen.

Dank Smartphone und anderen internetfähigen Endgeräten haben Nutzer von Smart-Home-Techniken die Möglichkeit, von unterwegs Veränderungen vorzunehmen. Auf diese Art können Sie dafür sorgen, dass sich der Raum rechtzeitig aufheizt, wenn sie früher als üblich nach Hause kommen, oder im umgekehrten Fall die Heizung länger inaktiv bleibt.

Auf Dauer zahlen sich Smart-Home-Systeme für die Heizung nicht nur für die Umwelt aus. Auch der eigene Geldbeutel profitiert davon, und das deutlich. Nach einer Studie des Fraunhofer Instituts für Bauphysik lassen sich mit einer intelligenten Heizungssteuerung bis zu 40 Prozent der Heizkosten sparen.

 

Müllvermeidung – ein wichtiger Aspekt beim Umweltschutz

Müllvermeidung – ein wichtiger Aspekt beim Umweltschutz

Jeder Mensch produziert täglich Abfall und dieser wiederum stellt eine ernste Belastung für die Umwelt dar. Dabei liegt die Abfallmenge pro Bürger in Deutschland deutlich über dem europäischen Durchschnitt, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, den Abfall konsequent zu reduzieren:

  • An Verpackung sparen: Mittlerweile existiert eine zunehmende Zahl an verpackungsfreien Supermärkten in deutschen Großstädten. Wem die Fahrt zu weit ist, hat auch im normalen Supermarkt viele Möglichkeiten, Verpackungen zu sparen oder sich für umweltfreundliche Varianten aus Glas oder Pappe zu entscheiden.
  • Auf To-Go-Becher verzichten: Der Coffee-To-Go hat sich vielerorts zu einer ernsthaften Umweltbelastung entwickelt. Reduzieren lässt sich diese, indem man ihn durch einen eigenen wiederverwendbaren Becher oder eine Thermoskanne ersetzt.
  • Langlebige Produkte bevorzugen: Billige Kleidung ist oft wenig haltbar und landet schon nach kurzer Zeit wieder auf dem Müll. Dasselbe gilt für das vermeintliche Superschnäppchen im Elektronikmarkt. Da lohnt es sich auch finanziell auf Dauer, mehr auszugeben.
  • Stationär einkaufen: Der boomende Internethandel produziert wahre Müllberge, vor allem bei der Verpackung. Deshalb besser öfter einmal in stationären Filialen einkaufen und den regionalen Einzelhandel unterstützen.
  • Altes reparieren statt Neues kaufen: Ein kleines Loch im Shirt oder ein Displaybruch beim Handy ist noch kein Grund, das betreffende Teil wegzuwerfen. Mit etwas Mühe lässt sich Altes oft wieder wie neu machen.
  • Große Packungen statt kleine kaufen: Auf den ersten Blick ist es oft verlockend, kleine Probepackungen für weniger als einen Euro zu kaufen. Nachhaltiger und oft auch billiger sind jedoch die großen Varianten.

Insgesamt gilt: Abfall einzusparen, erfordert etwas Übung. Doch mit der Zeit entwickeln sich viele der oben aufgeführten Maßnahmen zur Routine. Dann schrumpfen die Müllberge in der eigenen Küche oder im Flur schon bald drastisch.

 

 Stromsparende Geräte kaufen: Ob Waschmaschine, Kühlschrank oder Mikrowelle, die Energiebilanz von elektronischen Geräten fällt unterschiedlich aus.

Weitere Tipps

Abgesehen vom Heizen und von der Müllvermeidung gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, im täglichen Leben die Umwelt zu schonen, zum Beispiel:

  • regional und saisonal einzukaufen
  • wenig Fleisch zu essen
  • statt mit dem Flugzeug Fernreisen zu unternehmen, mit der Bahn in die nähere Umgebung zu verreisen oder grundsätzlich auf nachhaltigen Tourismus setzen
  • den Wasserverbrauch beim Duschen zu reduzieren

Das Stromsparen nimmt ebenfalls eine zentrale Rolle beim Umweltschutz im täglichen Leben ein und auch hier profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch die Haushaltskasse. Dabei können Personen wie beim Heizen, auf optimierte Smart-Home-Systeme zurückgreifen. Viel lässt sich aber auch auf herkömmliche Art zu erreichen:

  • Stromsparende Geräte kaufen: Ob Waschmaschine, Kühlschrank oder Mikrowelle, die Energiebilanz von elektronischen Geräten fällt unterschiedlich aus.
  • Stromsparend für Licht sorgen: LED-Lampen sind deutlich sparsamer als andere Leuchten. Zusätzlich die Umwelt schonen lässt sich, indem man wirklich nur dann das Licht einschaltet, wenn es nötig ist.
  • Geräte ausschalten: Auch im Standby-Betrieb verbrauchen Fernseher oder Computer Strom. Deshalb lieber während der Arbeitspause oder über Nacht ganz ausschalten.
  • Wäsche an der Luft trocknen: Wäschetrockner sind wahre Stromfresser. Wer seine Kleidung an der Luft trocknet, senkt seinen Energieverbrauch.

Umweltschutz im Alltag lässt sich schrittweise einführen

Nicht jedem fällt es leicht, sein Leben von heute auf morgen auf Umweltschutz einzustellen. Das ist auch gar nicht nötig. Langfristig erfolgversprechender ist es in den meisten Fällen, mit kleinen Dingen anzufangen und nach und nach alte Gewohnheiten zu ändern. Irgendwann wird es so ganz selbstverständlich, beim Einkaufen auf Verpackungen zu verzichten und den Fleischkonsum auf besondere Tage zu legen. Positive Nebeneffekte lassen sich dabei auch verzeichnen: Zum Beispiel durch eine gesündere Ernährung, deutlich geringere Energiekosten und ein gutes Gefühl.

 

oberes Foto: © Herrndorff/Fotolia
mittleres Foto: © animaflora/Fotolia
unteres Foto: © dima_pics/Fotolia

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