Malente auf dem Weg in die Zukunft

 

Die Gemeinde profitiert von Städtebauförderung – Zukunftsprozess beschert viele Ideen.

In der Gemeinde ist etwas von der Aufbruchstimmung spürbar, die der Zukunftsprozess „Unser Malente 2030“ im Kneippheilbad geweckt hat. Seit weit über einem Jahr engagieren sich mehrere Dutzend Mitbürger ehrenamtlich in verschiedenen Arbeitsgruppen dafür, Malente voranzubringen. Wie die Kommune in 13 Jahren aussehen könnte, davon haben sie eine Vision. Der Wochenspiegel hat mit Bürgermeisterin Tanja Rönck und Projektkoordinatorin Birgit Boller gesprochen.

Aufnahme ins Städtebauförderungsprogramm des Landes

Bereits in diesem Jahr wurde viel angepackt in der Gemeinde. Die neue Tourismusstruktur steht, die „Malenter Tourismus- und Service-GmbH“ (Mats) hat ihre Arbeit am 1. Oktober aufgenommen und zieht in diesen Tagen in den Tourismuspavillon in der Bahnhofstraße ein. Die Malenter Gemeindewerke rüsten sich für die Zukunft und wollen ab 2018 neben Wasser auch Strom und Gas anbieten. Darüber hinaus ist es Malente gelungen, ins Städtebauförderungsprogramm des Landes aufgenommen zu werden. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu einer von Bund und Land mit mehreren Millionen Euro geförderten Ortssanierung. „Dafür wird im neuen Jahr im Ortskern eine sogenannte vorbereitende Untersuchung durchgeführt, die darüber Aufschluss geben soll, wo sich Missstände befinden und wo wir in den nächsten zehn Jahren anpacken müssen“, erläutert die Bürgermeisterin.

Qualitätsvolle Entwicklung der Malenter Geschäftswelt

Parallel dazu erfolgt zum einen die Fortschreibung des bestehenden Einzelhandelskonzeptes, das Aussagen über die qualitätsvolle Entwicklung der Geschäftswelt bieten soll. Zum anderen wird ein integriertes Bahnhofsentwicklungskonzept erarbeitet. „Die Vision einer ,Mobilitätsdrehscheibe Bahnhof‘ wurde im Rahmen des Zukunftsprozesses erarbeitet. Wie können wir Vorplatz, Bahnsteige und Gebäude entwickeln? Ziel sollte es sein, in den Bahnhof eine öffentliche Nutzung reinzubekommen. Mit dem Eigentümer sind wir in Kontakt“, sagt Tanja Rönck. Sie hofft, im Laufe des nächsten Jahres einen Sanierungsplan aufstellen zu können, der dann ab 2019 Schritt für Schritt umgesetzt wird.„Wichtig ist, dass die Einwohner und engagierten Mitstreiter merken, dass etwas passiert und wir mit dem Zukunftsprozess keine Hirngespinste verfolgen. Wir müssen zeigen, dass dies der richtige Weg ist, die Gemeinde nachhaltig zu konsolidieren“, betont Birgit Boller.

150 Projektideenfür Malente

Immerhin nehmen 25 bis 30 Bürger regelmäßig an den Sitzungen der Arbeitsgruppen teil, über 100 nahmen an den Foren teil. Und allein die Tatsache, dass der Prozess die Jugendbeteiligung in Malente vorangebracht hat, ist Gold wert. „Die Jugendlichen haben das Gefühl, dass sie jetzt wahrgenommen werden. Sogar die Gründung eines Jugendrates steht im Raum“, so Tanja Rönck. Der Zukunftsprozess hat 150 Projektideen hervorgebracht. Zu den Leitprojekten zählen unter anderem die Weiterentwicklung Malentes als Sportstadt, eine Wohn- und Zuzugsinitiative, die Schaffung eines Bildungscampus als regionaler Bildungsanker und die Gründung eines Gesundheitscampus, da Malente ein hohes Potenzial für die Gesundheitswirtschaft aufweist. Hier könnten die Bereiche Pflege, Kur, Gesundheit, Tourismus und Sport verschmelzen. Derzeit haben die Pläne allerdings einen kleinen Dämpfer bekommen: Die Gemeindevertretung hat die Verabschiedung des Haushaltsplanes auf Februar verschoben. Und damit sind wichtige Ausgaben – zum Beispiel für die Geschäftsfelderweiterung der Gemeindewerke – bis auf Weiteres blockiert. vg

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