Reinfelds geruchlose Kläranlage

20 Jahre sind die Stadtwerke Reinfeld mittlerweile alt. Den runden Geburtstag und die Fertigstellung des neuen Betriebsgebäudes an der Kläranlage in der Hamburger Chaussee 47 hat die Stadt am vergangenen Sonnabend mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.

„Man kann wirklich stolz sein, wie gut die Anlage aussieht“, freut sich Reinfelds Bürgermeister Heiko Gerstmann, der das Engagement von Betriebsleiter Heiko Vokuhl und seinem Team lobt. Die vergangenen Monate waren für die sechs Mitarbeiter und einen Auszubildenden nicht einfach, denn während der Bauphase lief der normale Betrieb der Kläranlage Reinfeld weiter. Für den Festtag hatten sie sich noch einmal mächtig ins Zeug gelegt, um die Kläranlage von ihrer besten Seite präsentieren zu können. Ihren Einsatz konnten die Besucher nicht nur sehen, sondern auch riechen – beziehungsweise nicht riechen.

Informationen über die Arbeit der Reinfelder Kläranlage

Die Erklärung dafür gibt der Bürgermeister: „Das ist ganz einfach: Eine Kläranlage, die gut geführt ist und richtig funktioniert, riecht ganz einfach nicht.“ Heiko Gerstmann weiß, wovon er spricht, schließlich ist er als Diplom-Ingenieur für Siedlungswasserwirtschaft und Küsteningenieurwesen vom Fach. Bis zu seiner Wahl zum Bürgermeister war er in den Entsorgungsbetrieben Lübeck für alle entwässerungstechnischen Projekte zuständig.

Grenzwerte werden im Klärwerk Reinfeld weit unterschritten

Ausgelegt ist das Klärwerk für 24000 Einwohner. Davon ist Reinfeld allerdings weit entfernt. Zustande gekommen ist diese hohe Zahl, weil ursprünglich auch die Abwässer der Brotfabrik in Meddewade in Reinfeld geklärt werden sollten. Unternehmen werden mit einer höheren Zahl angesetzt als Privathaushalte. Dass die Brotfabrik der Standortgemeinde den Rücken gekehrt hat, beschert Reinfeld nun genug Reserven. Sogar die Abwässer eines produzierenden Gewerbes könnte das Klärwerk aufnehmen, das über ein eigenes Labor verfügt. In ihm kontrolliert Betriebsleiter Heiko Vokuhl täglich Wasserproben auf ihren Phosphorgehalt. Die Werte können sich sehen lassen, denn sämtliche Grenzwerte werden in Reinfeld weit unterschritten.

Zwischenlager für Klärschlamm in Planung

Zwar sind die Stadtwerke Reinfeld erst 20 Jahre alt, das Klärwerk aber wurde bereits in den 1960er Jahren gebaut. Aus der Zeit stammte auch das alte Betriebsgebäude, das den heutigen Anforderungen der Berufsgenossenschaft nicht mehr entsprach und erneuert werden musste. 1,3 Millionen Euro hat die Stadt in das neue Gebäude und einen Sandfang investiert. Was noch fehlt, ist ein neues Havariebecken, das im Notfall Abwässer auffangen soll. Die Planungen dafür und für den Bau eines überdachten Zwischenlagers für Klärschlamm sollen 2018 beginnen. pd

 

 

Foto: Betriebsleiter Heiko Vokuhl untersucht das Klärwasser regelmäßig im eigenen Labor der Kläranlage. © Pd

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