Jahresschau der Gemeinschaft Lübecker Künstler

Bis Sonntag, 15. Oktober, haben Kunstinteressierte im Hafenschuppen 6, An der Untertrave/Ecke Drehbrücke, Gelegenheit, sich die Jahresschau 2017 der Gemeinschaft Lübecker Künstler anzuschauen.

„Seit einer Woche haben bereits viele Besucher unser Arbeiten besichtigt“, freut sich Ulrike Traub, erste Vorsitzende der Künstlergemeinschaft, über das rege Interesse. Insgesamt 40 Mitglieder präsentieren dort 81 Arbeiten, die von einer Jury ausgelobt und im besonderen Ambiente des Hafenschuppens installiert wurden. Die Jahresschau ohne festes Thema lädt zu Inspiration und innerer wie äußerer Bewegung ein.

Lübecker Künstler im Hafenschuppen

Auf den gut 600 Quadratmetern im eher rustikalen Hallenklima des historischen Gebäudes an der Untertrave kann Kunst ganz in Ruhe wirken: Dabei sind die Besucher eingeladen, einzelne Werke nicht nur zu betrachten, sondern sie auch zu erfahren. So zeigt der große Hampelmann von Ida Möller seine Arme erst, wenn am Band gezogen wird. „What would happen“: Die Arme stehen für unsere Verantwortung beim Handeln, beim in Bewegung kommen und Begreifen. Ein langes, weißes Schaukelbrett lädt zum Schaukeln über einen weißen Teppich, bedruckt mit den elf Bauernregeln des Bundesumweltministeriums, ein. „Die Kampagne stieß auf humorlose Agrarlobbyisten“, bedauert Künstlerin Sabine Egelhaaf, die das Thema für ihre Präsentation noch einmal aufgriff. Ihre Schaukel soll Kommunikation, Gemeinsamkeit, Spaß und das Denken fördern. Auch weißen Schuhen ist im Hafenschuppen zu folgen: Karin Lammert zeigt mit „unterwegs“ eine Installation, bei der 25 Paar weiß gestrichen Kinder- und Erwachsenenschuhe auf dem Boden wie an der Wand durch den Raum wandern. „Das Thema Bewegung beschäftigt mich seit Jahren“, so Lammert. Dabei stehen „sich auf den Weg machen“, „etwas anpacken“, „starten“ oder „Flucht“ sowie der „Weg vom Kind zum alten Menschen“ im Vordergrund.

Von Installationen und Malerei zu Fotografie, Zeichnungen und Plastiken

Die vielfältigen Werke machen die verschiedenen Arbeits- und Ausdrucksweisen der Künstler deutlich. Mit „Weg I“ zeigt Ingrid Mohr Insekten aus Papier und Draht, die sich im Kreis bewegen. Fotografische Arbeiten sind auch zu betrachten: Dabei überzeugt Stefan Schlippe durch reizvolle Unschärfe. Die mehrfach überblendeten Arbeiten von Christian Egelhaaf führen an unbekannte Orte und lassen den Betrachter lange verweilen. Auch vor großformatigen Bildern bleibt der Blick lange haften. So auch bei den zwei Landschaftsbildern von Erika Ammann. Die Eindrücke kommen auf Reisen der Künstlerin zustande. Im Atelier entstehen „durch das Spiel von Farben und Formen fast abstrakte Kompositionen und Farbklänge“, erläutert die Lübeckerin. Deren Freude bei der Eröffnung der diesjährigen Jahresschau war besonders groß: In diesem Rahmen wurde sie mit dem Jahresschaupreis 2017 der Gemeinschaft Lübecker Künstler ausgezeichnet. mpa

 

Foto: Stefan Schlippe gratuliert Erika Ammann zur Auszeichnung mit dem Jahresschaupreis 2017. © mpa

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