Die Zulassungsstelle im Internet

Die Initiative i-Kfz wird es bald ermöglichen, das Auto online anzumelden. Das Abmelden ist schon jetzt möglich.

„Die Zukunft ist digital.“ Den Spruch kennt auch Senator Ludger Hinsen (CDU). Zuletzt sagte er ihn im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung, als es um die langfristigen Pläne für Stadtteilbüros und Zulassungsstelle ging. In der Tat könnte man sich wohl bald einige Behördengänge für das Auto sparen. Den neuen Wagen anmelden und den alten ab- oder ummelden, erledigt man mit ein paar Mausklicks via Internet. Das Verkehrsministerium will dies mit der Initiative „i-Kfz“ erreichen. Die erste Stufe für die internetbasierte Fahrzeugzulassung wurde bereits realisiert. Seit Januar 2015 ist es möglich, Kraftfahrzeuge online abzumelden.

Auto ummelden ab Oktober online möglich

Ab 1. Oktober dieses Jahres wird man auch Ummeldungen auf elektronischem Wege erledigen. Und von Oktober 2018 an soll schließlich auch der Fahrzeugbrief samt Kennzeichenplakette für den neuen Wagen digital bestellt werden. ADAC-Geschäftsführer Alexander Möller lobt: „In vielen Zulassungsstellen hat man heute immer noch das Gefühl, als lebten wir im Jahr 1980. Was Verbraucher und Mitarbeiter benötigen, sind schlaue digitale Lösungen für noch besseren Kundenservice. i-Kfz ist ein gutes Beispiel dafür.“

i-Kfz nur für neuere Kraftfahrzeuge nutzbar

Die Zukunft ist aber manchmal kompliziert. i-Kfz steht nur für Kraftfahrzeuge offen, die erst nach Januar 2015 zugelassen wurden. Denn nur diese besitzen zwei spezielle Codes für die Identifizierung des Fahrzeugs. Sie liegen versteckt hinter einem Rubbelfeld im Fahrzeugschein und hinter der Siegelplakette des Autoschildes. Die sichere Authentifizierung des Halters ist außerdem aufwändig. Dieser braucht nicht nur einen Personalausweis mit freigeschalteter Online-Funktion. Er benötigt auch ein Lesegerät, das den Ausweis ausliest und die Daten an den PC überträgt.

Kfz-Angelegenheiten online

Diese Voraussetzungen führen dazu, dass Kfz-Angelegenheiten noch sehr selten in Internet erledigt werden. In Lübeck sind seit Oktober 2016 bislang elf Außerbetriebsetzungen online eingegangen, gibt die Pressestelle der Hansestadt bekannt. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2016 wurden 20205 Fahrzeuge abgemeldet. Vorteile wird i-Kfz sicherlich für diejenigen bringen, die ihren Wagen oder Motorrad beim Händler kaufen. Sie erledigen die Anmeldung gleich im Autosalon und erhalten ihre Fahrzeugpapiere und die Kennzeichen-Plakette per Post.

Keine Erleichterung für Mitarbeiter der Zulassungsstelle

Und für die Zulassungsstelle selbst? „Nach Einschätzung der Kfz-Zulassungsstelle wird die zweite Stufe i-Kfz die Arbeit für die Mitarbeiter/innen der Zulassungsstelle nicht erleichtern“, antwortet die Pressestelle der Hansestadt. Denn auch die Online-Anträge müssen von den Sachbearbeitern geprüft und bearbeitet werden. „Anschließend ist ein Zulassungsbescheid inklusive Plaketten zu versenden. Ein zusätzlicher Aufwand entsteht, wenn die Post nicht zugestellt werden kann.“ Außerdem erwartet die Verwaltung mehr telefonische Anfragen, „sodass nicht mit einer erkennbaren Zeitersparnis gerechnet wird“. Die Zukunft braucht ja seine Zeit. SDF

 

Foto: Dank der Initiative i-Kfz soll es bald möglich sein, ein neues Auto via Internet anzumelden. © SDF

 

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