Werkschau der Künstlerinnen

Selbstreflexion mit Kopftuch: Ruth Bleakley-Thiessen aus Bösdorf richtet ihre Objekte aus Spiegeln und Nylonstrümpfen. (Fotos: Sdf)

Ausstellung und Werkstattgespräch der Gedok Schleswig-Holstein im Hafenschuppen 6.

Die Ausstellung im Schuppen 6 zeigt bis zum 11. Juni, was die Frauen der Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer (Gedok) in den vergangenen Monaten bewegt und inspiriert hat. Zugleich präsentiert sie acht neue Mitglieder des Verbands. Insgesamt 22 Künstlerinnen aus ganz Schleswig-Holstein haben über 40 Gemälde, Grafiken, Skulpturen und Objekten für die traditionelle Jahresschau eingereicht. Die Vielfalt der Motive ist groß. In ihr spiegelt sich auch die aktuelle Nachrichtenlage wider. So rahmen zwei Bilder von Christine Erasmi-Hoffmann aus Schleswig mit der Darstellung von Flüchtlingen den Anfang der Ausstellung. Den Schlusspunkt der Schau bildet wiederum eine großformatige, dramatische Fluchtszene über das Meer, diesmal aus dem Pinsel von Barbara Engel.

Wie es sich für eine Werkschau der Gedok gehört, richten mehrere Werke den Blick auf die Frau und das Weibliche. Irin Ruth Bleakley-Thiessen hält den Besuchern buchstäblich den Spiegel vor. Mit Nylonstrümpfen hat sie Burka, Hidschab und Nonnentracht über spiegelnden Flächen nachgebildet. „Ich wollte, dass die Leute sich unter den Kopfbedeckungen sehen und überlegen, wie es sein könnte, unter einer Burka zu sein“, erläutert die in Bösdorf lebende Irin. Wenig oder gar nicht verschleiert sind hingegen die Frauenkörper, die die Lübeckerin Andrea Cochius mit kräftigen Farben und unbändiger Energie auf Leinwand gebannt hat. „Ich bestehe darauf, weibliche Kunst zu machen. Eine Kunst, die Emotionen, Lebensfreude und Schönheit ausstrahlt.“

Andere Gedok-Künstlerinnen haben sich indes mit den Grundfragen des kreativen Prozesses beschäftigt. „Was braucht die Kunst, um Kunst zu sein?“, fragt zum Beispiel Rufina Schröter. „Nicht viel“, sagt die Malerin aus Lütjenbornholt und beweist es mit zwei beinahe monochromatischen Gemälden aus sparsamen Farben und Überbleibsel von Sylvesterraketen. Viel hat hingegen Renate Basten aus Haalen für ihr enigmatisches, Ruhe ausstrahlendes „Big Blue 2“ auf die Leinwand geschichtet. Es könnte ein schwebender Findling oder einen rostigen Eisberg darstellen, wer weiß es so genau. „Für mich ist es das, was am Ende stehen bleibt, nachdem ich eine ganze Woche Farben aufgetragen habe“, erläutert die Künstlerin ihr Schaffen. »Die Werkschau ist bis 11. Juni donnerstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr im Hafenschuppen 6, An der Untertrave, zu sehen. Der Eintritt ist frei. Ein Werkstattgespräch mit den Künstlerinnen findet am 11. Juni von 15 bis 16 Uhr statt.

SDF

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