Lübeck: Eine einzige Baustelle

Es staut sich an vielen Stellen im Stadtgebiet. „Alles koordiniert“, sagt die Hansestadt.

Sommerzeit, Stauzeit – die Geduld der Autofahrer in der Hansestadt wird in diesem Jahr aber auf eine besonders harte Probe gestellt. Ob geplante Baumaßnahmen wie Koberg, Sandberg und Lohmühle, die Dauerbaustelle Possehlbrücke oder unvorhergesehene Arbeiten an der Hüxtertorallee und der Ziegelstraße, wo jeweils eine Gasleitung erneuert werden muss: Lübeck ist nicht nur gefühlt eine einzige Baustelle. Dass viele Straßen sanierungsbedürftig sind, ist unbestritten. Viele Bürger fragen sich aber, ob alle aktuellen Baumaßnahmen alle gleichzeitig stattfinden müssen.

Der Hansestadt sind bei der Durchführung jedoch die Hände gebunden, sagt Nicole Dorel von der Pressestelle. „Die Instandhaltung der Straßen wird traditionell in den Monaten Mai bis September durchführt, weil dafür bestimmte Witterungsverhältnisse notwendig sind. Regen oder zu starker Wind können zu Verzögerungen führen“, so Nicole Dorel. Die aktuellen Baumaßnahmen sind vom Bereich Stadtgrün und Verkehr langfristig geplant, so Nicole Dorel weiter. Und wie sieht es für 2017 aus? Die Planungen laufen. Wo dann im nächsten Jahr die Autofahrer mit Behinderungen rechen müssen, entscheidet die Bürgerschaft dann Ende des Jahres. Aufgrund des Investitionsstaus ist aber schon jetzt klar, dass zahlreiche Baustellen die Autofahrer weiterhin auf eine harte Probe stellen werden.

Bei einigen Baustellen muss aber selbst die Hansestadt Lübeck nachbessern, weil es einfach zu chaotisch läuft. Beispiel Koberg-Sanierung: Hier fuhren sich Anfang der Woche zahlreiche Pkw, Lkw und Busse in der Großen Burgstraße fest. Das Problem: Nur ein kaum sichtbares Schild am Gustav-Radbruch-Platz wies auf die Sperrung des Platzes am Heiligen-Geist-Hospital hin. Viele Autofahrer übersahen den Hinweis und donnerten unvorbereitet in die Große Burgstraße. Vor dem Penny-Markt war dann Schluss. In der engen Straße kam es zu abenteuerlichen Wendemanövern, Anwohner mussten größeren Fahrzeugen zum Teil als Lotsen fungieren, das Areal vor dem Supermarkt wurde sogar als Wendeplatz ausgewiesen.

Doch damit soll nun Schluss sein: Auf Wochenspiegel- Nachfrage teilte das Presseamt mit, dass der Bereich Verkehr das Hinweis-Schild besser platzieren wird. „Dies kann zügig umgesetzt werden“, so die Hansestadt.

Doch kaum ist ein Problem gelöst, tun sich bereits zwei neue auf. Seit Donnerstag ist die Ziegelstraße hinter dem Ziegelteller in Richtung Fackenburger Allee auf 180 Metern gesperrt, eine Durchfahrt stadteinwärts ist nicht mehr möglich. Dort erneuern die Stadtwerke eine Gasleitung – für mindestens acht Wochen.

Und auch an der Lohmühle wird es ab dem Wochenende eng werden. Die Stadt will den Kreuzungsbereich Bei der Lohmühle/Schwartauer Allee/Karlstraße sanieren. Die Bauarbeiten sollen an vier Wochenenden vorgenommen werden. Im Zuge der Arbeiten sollen Teilsperrungen eingerichtet werden. Die Arbeiten werden an den Wochenenden 29. bis 31. Juli, 5. bis 7. August, 26. bis 28. August und 2. bis 4. September stattfinden, jeweils von Freitag, 18 Uhr, bis Montagfrüh, 3.30 Uhr.

Mit Behinderungen und Staus ist zu rechnen. AFU/OP

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