An dieser Operette hat jeder Spaß

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Ab Mittwoch, 20. Juli, kommt „Der Vogelhändler“ wieder auf die Eutiner Festspielbühne.

Was in der vergangenen Saison für Begeisterungsstürme gesorgt hat, kann auch im Jahr der Landesgartenschau nur ein Erfolg werden: Deshalb haben die Eutiner Festspiele die Operette „Der Vogelhändler“ von Carl Zeller erneut auf den Spielplan gesetzt. Aber auch eine Wiederaufnahme muss intensiv vorbereitet werden. „Es gilt, die einen oder anderen neuen Kollegen in das Ensemble zu integrieren und dafür zu sorgen, dass jeder wieder gut in das Stück hineinfindet“, sagt Regisseur Philip Lüsebrink. Ihm hat Intendantin Dominique Caron das Vertrauen geschenkt, ihre Inszenierung aus dem Vorjahr jetzt noch einmal auf die Bühne zu bringen. Als musikalischer Leiter dirigiert Leo Siberski das Festspielorchester.

Ob Freilichttheater in Westerstede oder Musikproduktionen in Hamburg, Lüsebrink hat bereits viele Operetten und Komödien mit leichter Hand inszeniert. Und mit dem Eutiner „Vogelhändler“ ist er bestens vertraut, weil er auch als Sänger in der Rolle des Professor Süffle auftritt. Ihm ist wichtig, dass die Mitwirkenden Spaß an der Operette haben. „Gerade bei Stücken der heiteren Gattung merkt das Publikum schnell, ob die Darsteller Freude an dem haben, was sie machen“, betont er. Und die Proben lassen daran auch in diesem Jahr nicht zweifeln.

„Der Vogelhändler“ gilt als federleichtes Spiel mit Ohrwurm-Melodien („Ich bin die Christel von der Post“), das aus der goldenen Ära der Wiener Operette stammt. Es glänzt mit herrlich menschlichen Verquickungen mit einem Gewirr aus Wilddieberei, Korruption, Techtelmechteln und Eifersüchteleien. Der Vogelhändler Adam (Christian Bauer) braucht einen besseren Job, um seine geliebte Christl von der Post (Katharina Kühn) endlich heiraten zu können. Auch Baron Weps (Oliver Weidinger) braucht dringend Geld: Er muss die Schulden seines Tunichtguts von Neffen (Theodore Browne) bezahlen, der sich beharrlich weigert, die reiche, aber nicht mehr ganz taufrische Hofdame Adelaide (Helena Köhne/Almerija Delic) zu ehelichen. Die Kurfürstin (Peggy Steiner) will ihrem windigen Gatten endlich in flagranti auf die Schliche kommen – und findet sich plötzlich selbst in einer Liebelei wieder …

Publikumsliebling Peggy Steiner kommt seit 2012 immer wieder gerne zu den Festspielen. „Eutin ist ein bezaubernder Ort, die Umgebung wunderbar, die Bevölkerung freundlich, das Publikum kultiviert und das Arbeitsklima auf der Freilichtbühne toll“, schwärmt die Sopranistin von Rosenstadt und Sommeroper. „Nur mit dem Wetter sind wir in diesem Jahr nicht so arg verwöhnt. Man muss aufpassen, nicht krank zu werden“, sagt sie. Zur Abhärtung hat es sich Peggy Steiner angewöhnt, in die kalte Ostsee zu springen. Dass sie in Eutin gleich in zwei Stücken auftritt, empfindet sie als sehr reizvoll: „Im normalen Theaterbetrieb ist es ganz gängig, dass man unter der Woche in verschiedene Rollen schlüpft.“ In „Carmen“ singt Peggy Steiner den Part der mädchenhaften Micaela, im „Vogelhändler“ den einer echten Dame. „Das ist zwar eine Doppelbelastung, aber auch doppelte Freude“, meint die Opernsängerin, die der ersten von insgesamt sieben Aufführungen am Mittwochabend um 19 Uhr bereits entgegenfiebert. vg

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