Junge Kunst aus Schleswig-Holstein

Der Kurator der „Regionale III“ Sönke Kniphals: „Mit der Regionale wollen wir Gespräche initiieren und ein positives Moment für die Kunst und Kultur in Schleswig-Holstein entwickeln“. (Fotos: Sdf)

Stipendiaten der Kulturstiftung des Landes sind zu Gast in der Overbeck-Gesellschaft.

Neuigkeiten aus Nirgendwo: Der Titel der Ausstellung in der Overbeck-Gesellschaft über neue Kunst aus dem nördlichsten Bundesland könnte auch selbstironisch gemeint sein. Ist er aber nicht. „News from Nowhere“, so lautet der Titel eines utopischen Romans aus dem Jahr 1890. Darin malt sich der Autor, der Brite William Morris, eine Gesellschaft aus, in der die Menschen ohne Geldzwänge arbeiten und so ihrer Kreativität freien Lauf lassen können.

Seit 2009 verwirklicht das Land Schleswig-Holstein für ausgesuchte Künstler der Region diese träumerische Vision. Zumindest für eine kurze Zeit. Mit Reise- und Arbeitsstipendien fördert die Kulturstiftung des Landes jedes Jahr acht kreative Köpfe aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Musik und Theater. „Es geht aber nicht nur darum, junge Künstler zu finanzieren, sondern Gespräche zu initiieren und ein positives Moment für die Kunst und Kultur in Schleswig-Holstein zu entwickeln“, sagt Kurator Sönke Kniphals. Deswegen zeigt die Kulturreihe „Regionale“ alle zwei Jahre die Ergebnisse dem Publikum. In der Overbeck-Gesellschaft sind nun zum dritten Mal die Kunst-Stipendiaten zu Gast. Später werden sie in Kiel und Berlin ausstellen.

Die „News“ der acht Künstler aus der Region sind bunt gemischt. Der in Lübeck lebende Stephan Jäschke wagt sich mit grellen Farben und stringentem Konzept an Blumenstillleben. Stephanie Klick hat Fotos von Reinigungskräften auf spiegelnden Zinkplatten geätzt und reflektiert buchstäblich über den sozialen Status der Putzkolonnen. Maxim Brandt erinnert sich in surrealistischen Landschaft- und Häusergemälden an Eindrücke seiner Kindheit in der Ukraine. Lena Kaapke bringt mit der Boden- und Wandinstallation „Kunde von draußen“ News in Form von Naturfundstücken aus den Weiten Norwegens in die kleinen Ausstellungsräume. Die Neuigkeiten von Detlef Schlagheck sind indes auf Video zu sehen. Darin dokumentiert der Kurator der Kieler Galerie im ehemaligen Schlecker sein Kunst- und Sozialprojekt „Born in Translation“. Die skurrilen Komikstreifen von Georg Hinz loten die Absurditäten des Alltags aus, während der Komponist und Videokünstler Gerald Eckert in Videoaufnahmen von Meeresbrandung in der Nacht über die Bedeutung von Grenzen sinniert und Maria Malberg mit einer Sandsäule das Leben als Erosionsprozess darstellt. SDF

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Die Ausstellung „Regionale III – News from Nowhere“ wird am Sonntag, 17. Juli, um 17 Uhr von Kulturministerin Anke Spoorendonk in der Overbeck-Gesellschaft offiziell eröffnet und ist bis zu 14.

August zu sehen.

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