Lübeck wirbt um die Schwartauer Werke

Der Bauausschuss billigt ein neues Industriegebiet in Niederbüssau, um den Konfitürenhersteller in die Hansestadt zu locken.

Eine alte Obstbaumplantage für den berühmten Konfitürenhersteller: Die Hansestadt Lübeck lockt die umzugswilligen Schwartauer Werke auf die Fläche des ehemaligen Obstgutes Semiramis in den Bezirken Niederbüssau und Vorrade. Der Bauausschuss hat entschieden: Diese Äcker und Felder, die dem städtischen Koordinierungsbüro Wirtschaft in Lübeck (KWL) gehören, sollen ein Industriegebiet werden. Dabei will die Stadt auch die angrenzenden privaten Landflächen in ein Gewerbegebiet umwandeln. Nur die Vertreter von GAL und Partei-Piraten, Carl-Wilhelm Howe und Detlev Stolzenberg, stimmten dagegen.

Das Areal (95 Hektar groß) erstreckt sich links und rechts der Kronsforder Landstraße südlich der Bundesautobahn 20. „Das Gebiet ist am besten für die Produktionsbedingungen der Schwartauer Werke geeignet“, sagte Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) im Bauausschuss. Das Werk benötige mindestens 15 Hektar, arbeite rund um die Uhr, brauche Abstand von Wohnbebauung und eine gute Verkehrsanbindung, erklärte er weiter. Für den Anschluss an die A20 sehen die Planer zwei Lösungen vor: eine Verbindung über die Straße Wasserfahr zur Baltischen Allee und zur Autobahnanschlussstelle Genin, oder eine neue Auf- und Abfahrt an der Kronsforder Landstraße.

Für die Realisierung des Vorhabens ist noch die Zustimmung des Landes nötig, da das Gebiet bisher nicht im Regionalplan für die Entwicklung von Gewerbeflächen enthalten ist. Die Regierung in Kiel habe aber bereits ihr Einvernehmen signalisiert, berichtete Stadtplaner Karsten Schröder: „Es geht darum, die Schwartauer Werke in Schleswig-Holstein zu halten und da zieht das Land mit.“

Lübecks Politik muss außerdem den Flächennutzungsplan ändern und einen neuen Bebauungsplan aufstellen.

Die Schwartauer Werke haben vor knapp zwei Monaten angekündigt, zwei ihrer drei Produktionsstätten in Bad Schwartau verlagern zu wollen, da sie dort nicht mehr expandieren können. Seitdem wird der weltbekannte Lebensmittelhersteller mit Ansiedlungsangeboten von nahen und ferneren Gemeinden überhäuft. Über das Entscheidungsverfahren gebe es keinen neueren Informationsstand, teilt eine Sprecherin der Schwartauer Werke auf Anfrage mit. SDF

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