Hansemuseum auf Erfolgskurs

Am Anfang umstritten, jetzt beliebt: Rund 145000 Besucher besichtigten im ersten Jahr die aufwendigen Inszenierungen des Europäischen Hansemuseums. (Fotos: Sdf)

Besucherprognose wurde übertroffen – im Herbst soll es eine erste Sonderausstellung geben.

„Ich liebe das Hansemuseum.“ Dieser Spruch prangt – natürlich im obligaten Mischmasch aus Englisch und Symbolzeichen – auf Karten, Anstecknadeln und den sonstigen Werbemitteln des Europäischen Hansemuseums (EHM). Und auch auf dem großen Geburtstagkuchen, mit dem das Haus das einjährige Bestehen gefeiert hat. Es scheint, als ob das neue Museum an der Untertrave in der Tat ganz viele Liebhaber gefunden hat. Im vergangenen Jahr haben 145493 Besucher seine computerisierten Einlassschleusen passiert. Etwa ein Drittel von ihnen waren Lübecker. Direktorin Felicia Sternfeld freut sich: „Das liegt deutlich über der Prognose, die wir am Anfang hatten. Wir hatten eine Benchmark von 125000 bis 13000 Besuchern. Wir sind sehr dankbar dafür, dass das Museum gut angelaufen ist.“

Gelobt wird das Hansemuseum auch von Architekturorganisationen aus aller Welt. Sie haben das in Lübeck nicht unumstrittene Gebäude mit Auszeichnungen und Aufmerksamkeit bedacht. Institutionen, Verbände und Vereine der Hansestadt nutzen bereits die großzügigen Räume für eigene Veranstaltungen. „Das Hansemuseum ist ein Stück aktuelles Lübeck“, stellt der Vorsitzende der Possehl-Stiftung, Max Schön, zufrieden fest. Über 40 Millionen Euro hat die Stiftung in das Vorhaben investiert.

Die anfangs beanstandete Ausstellung entwickelt sich weiter. Neu ist eine Fotobox, in der Besucher sich als mittelalterliche Hanseaten verkleiden und fotografieren lassen können. Gerade arbeitet man daran, das letzte Kapitel über den Beginn der Neuzeit hinzuzufügen. „Ein Museum kann nie wirklich fertig sein“, sagt Architekt und Ausstellungsdesigner Andreas Heller. „Als wir eröffnet haben, haben wir nur 20 Prozent von dem gezeigt, was wir wollten. Jetzt sind wir bei ungefähr 70 bis 80 Prozent.“

Dem Beinamen „europäisch“ will das Museum in Zukunft noch stärker Rechnung tragen. Enge Verbindungen mit Museen und Forschungszentren in den Hansestädten Nowgorod (Russland), Brügge (Belgien) und Bergen (Norwegen) hat es bereits geknüpft. Im Herbst wird das Museum seine erste Sonderausstellung zeigen: eine Schau mit Silberobjekten aus dem Kode Art Museum in Bergen, kündigt Felicia Sternfeld an. „Unser Ziel ist, Sammlungspunkt und zentraler Diskussionsort für alle Hansethemen zu werden.“ SDF

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