Wildblumen im Stadtbereich

Eine Bürgerinitiative schafft Lebensraum für Bienen und Hummeln. Grünstreifen sollen zu blühenden bunten Oasen werden.

Bereits 1999 erhielt die Bürgerinitiative für Wildblumen in Lübeck vom Bereich Stadtgrün und Verkehr die Genehmigung, in den Bereichen Falkendamm, Falkenstraße, Moltkestraße und Wakenitzufer für Wildblumen am Wegesrand zu sorgen. Die Mitglieder der Initiative organisierten entsprechendes Saatgut und verwandelten in Gemeinschaftsarbeit die Grünstreifen zwischen den Radwegen und den Fußwegen der Straßen zu ganzjährig blühenden bunten Oasen für Mensch und Tier.

„In den letzten Jahren nutzen aufgrund der Parkplatznot im Quartier aber immer mehr Autofahrer diese Grünstreifen als ,wilde’ Parkplätze“, erläutert Christa Fischer. Die Künstlerin und Ökoaktivistin war bereits eine Frau der ersten Stunde in der Bürgerinitiative für Wildblumen in Lübeck und sammelte damals mehr als 2000 Unterschriften für das Projekt.

Die parkenden Autos zerstörten aber nicht nur die Wildblumen, sie verdichteten auch sehr stark den Boden zwischen den Bäumen. „Zum Schutz der Bäume hat der Bereich Stadtgrün und Verkehr vor vier Wochen entschieden, die ,wilde Parkerei’ im Bereich Falkendamm mit Metallbügeln und in der Falkenstraße mit zahlreichen Granitstelen zu unterbinden. Darüber wurde in den Randstreifen Gras gesät.

„Damit waren wir ganz und gar nicht einverstanden“, erläutert die Bürgerschaftsabgeordnete für die Grünen, Katja Mentz. Besonders ärgerlich war es für die Bürgerinitiative, dass die Verwaltung der Stadt diese Änderungen ohne Dialog vornehmen ließ.

Das Veto der Freude für Wildblumen ließ nicht lange auf sich warten. Sie beriefen sich auf die Zusage der Stadt von 1999 und bekamen erneut grünes Licht. Der Bereich Stadtgrün und Verkehr zeigte sich mit der sofortigen Korrektur der Maßnahmen durch die Bürgerinitiative Wildblumen in Lübeck einverstanden.

Inzwischen haben etwa 20 Mitglieder damit begonnen, die aufkeimende Rasensaat zwischen den Bäumen der Falkenstraße auszuharken und die – von spontan gesammelten Spenden gekauften Wildblumensamen – auszusäen.

Die Bürger können sich künftig über den gelb blühenden Hornschoten-, den Wund- und auch den Rotklee freuen. Dazu Schafgarbe, Kartäuser- und Lichtnelken sowie Margeriten. „Nicht alle Kräuter fühlen sich an jedem Standort gleich wohl. So wird eine unterschiedliche Üppigkeit von Pflanzen entstehen, die vom Frühling bis zum Herbst nacheinander blühen. Sie werden nicht höher als 20 Zentimeter und bieten somit freie Sicht für Auto- und Radfahrer“, ergänzt Christa Fischer. Der finanzielle Vorteil für die Stadt: Im Gegensatz zur Rasensaat müssen die Wildkräuter nicht aufwendig 14-tägig gemäht werden.

Aber auch dem Rückgang der Hummeln und Bienen wird entgegengewirkt. Die kleinen und so bedeutsamen Bestäuber finden in den Wildkräuterbeeten wichtige Nahrung und Lebensräume. Wie die blühenden Wildkräuter später aussehen, ist bereits als Rest der früheren Aussaat am Falkendamm rechts neben der Fußgängerampel, zu sehen. »Über eine Spende für weitere Samen freut sich die Bürgerinitiative für Wildblumen in Lübeck. Weitere Info bei Katja Mentz unter Telefon 0451/1221040.

KvD

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