Bauen am Wasser wird schwieriger

An der Küste gilt bald ein erweiterter Schutzstreifen. Zukünftige wassernahe Bauprojekte, wie hier Priwall Waterfront, könnten dadurch erschwert werden. (HN)

Die Reaktionen der Gemeinden auf das neue Landesgesetz sind unterschiedlich.

Im Bereich der Ost- und Nordsee ist im Abstand von 150 Metern der Uferbereich in Zukunft nicht mehr zu bebauen (bisher 100 Meter). Für Binnengewässer gelten 50 Meter (bisher kein Mindestabstand). Das gilt ab dem Tag der Veröffentlichung der Novellierung des Landesnaturschutzgesetzes. „Bei uns ist die Region der Lübecker Bucht sehr davon betroffen“, sagt Hartmut Hamerich, tourismuspolitscher Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Hamerich verweist darauf, dass es wie immer bei Gesetzten, Ausnahmen und eine Übergangsfrist geben wird: Wenn Gemeinden Bebauungspläne für die innerörtliche Bebauung aufgestellt haben oder im Geltungsbereich eines gültigen Flächennutzungsplanes einen Bebauungsplan aufstellen, gibt es eine Übergangsfrist von fünf Jahren.

„Das bedeutet, Gemeinden müssten zügig und vorausschauend für in Frage kommende Gebiete die Planung dort, wo es denn möglich ist, vorantreiben. Nach fünf Jahren gibt es dann keine weitere Entwicklungsmöglichkeit. Das ist ein erheblicher Nachteil gegenüber unseren Mitbewerbern im Bereich Tourismus, denn Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg novellieren ihr Landesnaturschutzgesetzes diesbezüglich nicht“, sagt Hartmut Hamerich. Andere Bundesländer haben keine Küsten an Nord- und Ostsee.

Besonders viel wird zurzeit in Travemünde in Ufernähe geplant und gebaut. Siegbert Bruders, Vorsitzender der Bürgerinitiative behutsame Priwall-Entwicklung, sieht das neue Gesetz denn auch positiver.

Der erste Bauabschnitt des touristischen Großprojektes Priwall Waterfront ist zwar schon im Bau. „Aber es ist wahrscheinlich, dass es für B-Plan Zwei deutlich enger wird“, sagt Bruders.

Nur durch die Promenade von der Ostsee getrennt ist die Travemünder Liegewiese „Grünstrand“. Eine massive Bebauung hatte vor drei Jahren eine Einwohnerversammlung verhindert. Carl Howe von der Lübecker GAL-Fraktion (grün, alternativ, links) sieht den Grünstrand aber auch durch das neue Gesetz noch nicht außer Gefahr: Es gäbe ja immer Ausnahmen, sagt Howe. „Da stimmt in der Regel die Landesregierung doch zu.“ Auch dadurch, dass der Grünstrand laut Satzung inzwischen nicht mehr als Strand gilt, sondern als öffentliche Grünfläche, sieht er das Areal am Ende der Travemünder Strandpromenade weiter gefährdet. Der 150-Meter-Regelung steht Howe aber positiv gegenüber. Das neue Hotel in Scharbeutz sei doch „furchtbar“, nennt er ein Beispiel. HN

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