3000 Kilometer zu Fuß von Lübeck nach Rom

Sally Dölling auf dem Rheinstieg. Sie kommt ursprünglich aus der Region. Jetzt wandert die Wahl-Lübeckerin von der Hansestadt nach Rom. (hfr)

Sally Dölling will mit ihrem Schutzengellauf Spenden für den Mukoviszidose-Verein sammeln.

Die Ewige Stadt am Tiber mit ihrer langen Geschichte und ihrer Kulturvielfalt übt seit jeher eine große Faszination auf Sally Dölling aus. Obwohl sie noch nie dort war.

Das ändert sich jetzt. Die nächsten vier Monate führt sie ihr Weg nun tatsächlich nach Rom. Zu Fuß. Weil sie zum einen gerne wandert. Und zum anderen soll ihr rund viermonatiger Fußmarsch ein Schutzengel-Lauf für an Mukoviszidose erkrankte Menschen sein.

„Das sind 3000 Kilometer für einen guten Zweck. Denn ich möchte mit dieser Wanderung auf die nicht heilbare Erbkrankheit aufmerksam machen und Geld in Form von Spenden für den Verein sammeln, damit weiter über Mukoviszidose geforscht werden und betroffenen Menschen geholfen werden kann. Dann ist das Ganze, was ich da mache, auch sinnvoll.“

Auf diese Idee kam die gelernte Veranstaltungstechnikerin im November 2014, als ihr Großvater seinen 80. Geburtstag feierte und sich auf der Einladung statt Geschenke Spenden für den Mukoviszidose-Verein wünschte. „Mehr als ein Jahr saß ich an meinen Reisevorbereitungen und plante hin und her. Ich habe lange recherchiert, wie ich das am besten mache.“ Seit kurzem stehen der Plan und die Route, die Sally jetzt von der Fischergrube in Lübeck in die italienische Hauptstadt führen werden. „Für Deutschland habe ich die Strecke selbst herausgesucht. Ich werde auf alle Fälle die großen Städte meiden. In Lausanne in der Schweiz stoße ich dann auf den Pilgerweg Via Francigena, der von Canterbury nach Rom führt.“ Dem wird sie folgen.

Geplant hat Sally, die nur mit ihren Wanderschuhen, ihrem Wanderstock, einem kleinen Zelt und einem knapp bestückten Rucksack unterwegs ist, ein Tagessoll von 30 Kilometern. „Würde ich nur gehen, bräuchte ich 100 Tage“, lautet ihre Hochrechnung. Doch sie hat mehrtägige Pausen eingeplant. Bei den Großeltern in der Pfalz zum Beispiel, in Basel, Lausanne, Pisa und Florenz. „Schließlich will ich auch etwas sehen und etwas von den Städten kennen lernen.“

Wie lange sie dann in Rom, der Stadt ihrer Träume, verweilen wird, kann sie heute noch nicht sagen. „Ich muss sehen, was ich alles erlebe und wie lange mein Geld reichen wird.“ Das hat sie sich eisern zusammengespart bei ihrem Job als Kellnerin auf der Höllensteinhütte im Zillertal, wo sie die letzten Monate gearbeitet hat. Ihren Veranstaltungstechniker will sie auf Dauer nicht an den Nagel hängen. „Aber nachdem ich wusste, dass ich diese Reise machen will und eh noch einmal etwas anderes erleben wollte, habe ich mir eine Saisonarbeit gesucht, damit ich leichter aufbrechen kann.“

Wer weiß, wohin es sie in ihrem Leben noch treibt. Sally sieht das gelassen und freut sich auf die nächsten vier Monate und die rund 3000 Kilometer, die vor ihr liegen. Wer sie auf ihrem Weg begleiten möchte, kann ihr auf ihrer Homepage unter www.keeponwalking.de folgen, „wo ich in Blogform von meinen Erlebnissen berichten werde und auf der auch steht, wie man für den Mukoviszidose-Verein spenden kann. Jeder noch so kleine Betrag, der zu 100 Prozent an den Verein geht, treibt mich an, immer weiter zu gehen, bis ich Rom erreiche.“ DO

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