Schriftstücke von Heinrich Mann

Neuerwerbungen im Buddenbrookhaus.

Liebesbriefe, Feriengrüße, Textentwürfe, Gedankenaustausch mit Künstlern und Autoren und ein berührendes Telegramm — genau 66 Jahre nach seinem Tod gelangen jetzt persönliche Schriftstücke von Heinrich Mann (1871-1950) in die Öffentlichkeit. Das Buddenbrookhaus erwarb mit Hilfe des Bundes, der Kulturstiftung der Länder und der Lübecker Possehl-Stiftung von den Enkeln des Schriftstellers, Jindrich und Ludvik Mann, einen mehr als 400 Dokumente umfassenden Teilnachlass. Darunter befinden sich unter anderem auch Briefe von Artur Schnitzler und Max Oppenheimer. Unter dem Ausstellungstitel Hand/Werk ist seit kurzem eine Auswahl von 41 Handschriften im Buddenbrookhaus zu sehen.

„Die erstmals gezeigten Autographen werden exemplarisch aufzeigen, wie nah familiärer Alltag, Zeitgeschichte sowie die Literatur in Heinrich Manns schreiben beieinander liegen“, erklärte Britta Dittmann, stellvertretende Leiterin des Buddenbrookhauses und Kuratorin der Ausstellung. Die 436 Dokumente sind nicht nur für die Heinrich Mann-Forschung von großer Bedeutung, sondern auch für Historiker und Literaturhistoriker. Die größtenteils unbekannten Materialien umfassen im Wesentlichen den Zeitraum von 1891 bis 1932 und 1938 bis 1949. Unter den Handschriften befindet sich zahlreiche Familienkorrespondenz, die das biographische Wissen zu Heinrich Mann erweitert.

Dazu gehören 133 Briefkarten an die Mutter Julia Mann, 14 Briefe an die Verlobte Inés Schmied und 81 Briefe an die erste Ehefrau Heinrich Manns, Maria Kanová. Zahlreiche Briefe von anderen Autoren, bildenden Künstlern und Theaterschaffenden dokumentieren Heinrich Manns politisch-literarische Bestrebungen im frühen 20. Jahrhundert. Besonders hervorzuheben sind 45 Briefe und Karten von Arthur Schnitzler aus den Jahren 1911 bis 1928. Neben Schnitzler korrespondierte Heinrich Mann mit weiteren Vertretern der Wiener Moderne wie Felix Salten und Richard Schaukal. Von dem Maler Max Oppenheimer, der Heinrich Mann mehrfach porträtierte, sind 27 Briefe im Konvolut erhalten.

Hinzu kommen elf Briefe von Wilhelm Worringer, die Beziehung des Autors zu dem Kunsthistoriker gehörte bislang zu den weißen Flecken im Wissen um Heinrich Mann.

Weitere 60 Briefe von und an verschiedene andere Briefpartner enthält das Konvolut; es sind Schreiben von und an Félix Bertaux, Wilhelm Binder, Max Brod, Albert Ehrenstein, Wilhelm Herzog, Kurt Hiller, Albert Langen, Erwin Piscator, Max Reinhardt, Richard Schaukal, René Schickele, Jakob Wassermann und Tilly Wedekind.

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