Internationales Musikcafé

Seit Anfang Februar öffnet das „Musikcafé International“ immer montags seine Türen. Junge Geflüchtete und Lübecker Hobby-MusikerInnen ab 16 Jahren sind eingeladen, gemeinsam Musik zu machen, Lieder zu tauschen und neue Sounds zu erfinden. Organisiert wird das Projekt von Tontalente und dem Projekt „Flow — Für Flüchtlinge! Orientierung und Willkommenskultur“ der Gemeindediakonie Lübeck.

Los geht es jeweils ab 17.30 Uhr in den Räumen von Tontalente im Meesenring. Nach und nach trudeln die Gäste ein, die erste Stunde dient dem lockeren Kennenlernen, viele Besucher nutzen die Zeit zum Musikunterricht. Vermittelt werden Grundkenntnisse für das Gitarren- und Keyboardspiel. Auch Baglama, eine türkische Laute, wird unterrichtet. „Über das Thema Musik kommen alle schnell ins Gespräch“, berichtet AnnKristin Kröger, Projektleiterin bei Tontalente. „Welches Instrument wird gespielt? Wie gut beherrsche ich mein Instrument? Manche Flüchtlinge haben bisher gar kein Instrument zur Verfügung, da versuchen wir dann zu helfen und ein Instrument zu leihen.“

„Wir möchten geflüchtete und Lübecker Jugendliche miteinander in Kontakt bringen. Sie treffen hier Gleichgesinnte, Deutschkenntnisse werden trainiert und Hemmschwellen gegenüber anderen Kulturen abgebaut“, fasst Gabriele Sester, Projektleiterin von Flow, die Grundidee des Musikcafés zusammen.

Ab 18.30 Uhr folgt die „Probenzeit“ im Musikcafé. Angeleitet durch den Geiger Rami Faisal, der bis 2014 zum arabischen Jugendorchester gehörte, und den Pianisten und Baglama-Spieler Murat Tosun werden mit allen Gästen einige Stücke einstudiert. „Das ist schon eine große Herausforderung, alle unter einen Hut zu bringen“, geben die beiden Musiker offen zu. „Aber es macht auch unglaublich viel Spaß. Wir experimentieren, erfinden Neues, mischen Altbekanntes. Viele Teilnehmer haben es sehr vermisst, gemeinsam Musik zu machen, oder sie hatten bisher einfach kein Instrument zur Verfügung.

Gleichzeitig finden alle über die Musik sofort einen Draht zueinander.“

Das große Ziel ist ein gemeinsamer Auftritt. „Dafür müssen wir noch viel proben – aber wir bekommen das hin“, ist Geiger Rami Faisal überzeugt. „Auf jeden Fall wird es ein ganz besonderes Konzert.“

Das Musikcafé International sucht noch weitere Gäste: „Wir sind noch nicht komplett, neue Musiker und Musikerinnen, insbesondere auch deutschsprachige, sind jederzeit herzlich willkommen“, wirbt Ann-Kristin Kröger.

Finanziert wird das Projekt unter anderem durch die NDR-Spendenaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“: 7700 Euro erhält das Musikcafé für das erste Projektjahr aus diesem Topf, der über die Paritätische Schleswig-Holstein verteilt wird. Weitere 3500 Euro stellt Flow aus Projektmitteln zur Verfügung, rund 3000 Euro investiert Tontalente in Form von Instrumentenspenden und Personalkosten.

Gemeinsam Musik machen, neue Sounds erfinden, einander kennenlernen – das ist die Grundidee des Musikcafé International, organisiert von Tontalente und dem Projekt Flow.

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