In die Danakil-Wüste und zurück

Nein, ein ausgesprochener Urlaubshit ist sie nicht, die legendäre Danakil-Wüste im Nordosten Äthiopiens. Extrem heiß (bis 60 Grad), vulkanisch hochaktiv, unwegsam und — an der Grenze zu Eritrea gelegen — für Abenteuersuchende nicht ungefährlich.

Nach dem kaltblütigen Mord an fünf europäischen Touristen am Rande des Vulkans Erta Ale 2012 warten die Afar heute fast vergeblich auf Reiselustige. Die Afar sind ein Volk von Halbnomaden, deren Stammesgebiete nach Eritrea und Dschibuti hineinreichen. Sie kümmern sich wenig um staatliche Vorschriften. Überleben können sie in dieser ausgesprochen lebensfeindlichen Wüstenregion nur mit Hilfe der tradierten Erfahrung vieler Generationen.

Dorthin hat es den Hamberger Dokumentarfilmer Wolfgang Burst 2015 und 2016 verschlagen. Die filmischen Ergebnisse seiner beiden Expeditionen hat er in einem Dokumentarfilm verarbeitet. Die vier Tage in der Danakil gehören zu den beeindruckendsten und aufregendsten Reiseerlebnissen überhaupt, meint Burst.

Atemberaubend ist das Begehen des Geothermalgebietes von Dallol, dem „farbenprächtigsten Ort der Welt“. Salze und Mineralien werden durch die extrem dünne Erdkruste an die Oberfläche gespült, das heiße Wasser verdampft und hinterlässt eine einzigartige Farbensymphonie.

Der Zugang zum Erta Ale, dem einzigen Vulkan mit permanent aktivem Lavasee, muss hart erarbeitet werden, durch tiefen Sand und und wegeloses Lavagestein. Der direkte Blick in den „Höllenschlund“

entlohnt für alle Strapazen.

Erdgeschichtlich gibt es kaum einen interessanteren Ort auf der Welt als das Horn von Afrika. Vom ehemaligen Grund des Roten Meeres bauen die Afar, wie seit Jahrhunderten, Salz mit archaischen Methoden ab. Endlose Kamelkarawanen transportieren die zurecht getrimmten Salzquader aus der heißen Senke ins Hochland. Menschen und Tiere leben ständig am Limit.

Wer ein Abenteuer „aus erster Hand“ erleben und eine hierzulande unbekannte und touristisch unberührte Region der Erde kennenlernen möchte, sollte diesen Filmvortrag nicht verpassen.

»In der VHS Lübeck, Am Falkenplatz, ist der Film am Freitag, 18. März, von 18.30 bis 20 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet sechs/ 4,50 Euro

Atemberaubende Bilder hat Wolfgang Burst aus Äthopien mitgebracht.

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