Flüchtlinge: Zwei Unterkünfte für Frauen

Für allein reisende Asylbewerberinnen hat die Hansestadt Lübeck bereits zwei gesonderte Unterbringungsmöglichkeiten eingerichtet. Das erklärte Claudia Schwartz vom Bereich Soziale Sicherung im Sozialausschuss. „Wir haben in der Innenstadt eine Unterkunft mit 25 Plätzen nur für Frauen. Weitere 40 Plätze sind in Moisling.“ Dieses Zufluchtsangebot für Frauen mit oder ohne Kinder wird bald erweitert. „Wir haben vor, in der Gemeinschaftsunterkunft an der Ostseestraße in Travemünde einen Teil nur für diesen Personenkreis zur Verfügung zu stellen.“ Auch in der Erstaufnahme des Landes auf dem Volksfestplatz denkt man an sie, berichtete der DRK-Kreisgeschäftsführer Stefan Krause: „Eine Reihe der Wohncontainer mit 80 Plätzen ist nur für Frauen und Frauen mit Kindern reserviert, sie bildet ein kleines Dorf im Dorf.“

Mit diesen Auskünften überraschte die Sozialverwaltung gewissermaßen die Politik. Denn sie hat bereits das erfüllt, was die Bürgerschaft beantragen wollte. Im Sozialausschuss wurde allerdings auch klar, dass es mit der getrennten Unterbringung auch nicht getan ist. Es ginge nämlich nicht bloß darum, die allein reisenden Asylbewerberinnen vor Belästigungen und Bedrohungen in den Unterkünften zu schützen, hob Catharina StrutzHauch vom Frauennotruf hervor. „Diese Frauen kommen zu uns mit einem schweren Gepäck. Sie sagen uns, ,ich wurde in der Heimat vergewaltigt‘, oder ,mein Mann schlägt mich‘“. Ihnen soll nahegebracht werden, dass sie nicht alleine da stehen und Unterstützung bekommen können, um zu Ruhe zu kommen und ihre Traumata zu bewältigen. Michelle Akyurt (Grüne), Antje Jansen (Linke) und die Gleichstellungsbeauftragte Elke Sasse forderten daher ein „Gewaltschutzkonzept“ ein.

Heidi Menorca (CDU) begrüßte ebenfalls die Idee, geflüchteten Frauen, die Gewalt erlebt haben, besonders zu helfen. Die Angebote müssten aber von den Betroffenen auch wahrgenommen werden, merkte sie an. „Wir können zwar den Frauen sagen, ‚geht zu Polizei‘. Aber in ihrer Heimat haben sie ganz andere Erfahrungen damit gemacht“, sagte die Sozialexpertin. „Zuerst muss also Vertrauen in unsere Strukturen aufgebaut werden und dann kommt das Gewaltschutzkonzept.“ SDF

Zuerst muss Vertrauen in unsere Strukturen aufgebaut werden.“

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