Die Hafenschuppen sind gerettet

Die historischen Lager auf der nördlichen Wallhalbinsel bleiben stehen. Mit großer Mehrheit hat Lübecks Stadtparlament dem Konzept der Projektinitiative Hafenschuppen (PIH) zugestimmt. Dafür erhoben CDU, Grüne, Linke, Partei-Piraten, ein Abgeordneter der BfL und Bruno Böhm (FW) ihre Hände. Die SPD votierte dagegen, je ein Mitglied der Grünen und der BfL enthielt sich. Der Großbau KaiLine, den die Hansestadt lange und für viel Geld (650000 Euro) vorbereitet hatte, ist nach dem Beschluss der Bürgerschaft endgültig beerdigt.

Nun darf die PIH ihre Pläne für die behutsame Entwicklung des alten Hafenareal weiterverfolgen. Die historischen Gebäude werden aufwändig saniert und mit kulturellen und sozialen Projekten, Gewerbe und Gastronomie sowie mit einer überschaubaren Anzahl Wohnungen gefüllt. Mehr als zwei Jahre lang haben die Initiative und ihre Unterstützer daran gearbeitet, voraussichtlich zwei weitere Jahren werden sie brauchen, bis das Vorhaben umgesetzt werden kann.

Mit großer Leidenschaft lobte Hauke Wegner (CDU) die Leistungen der PIH. „Wir sind davon überzeugt, dass dieses Konzept tragfähig ist. Viel besser, als das, was jetzt vorliegt, hätte es eigentlich nicht kommen können.“ Auch der Fraktionschef der Grünen, Thorsten Fürter, pries das Engagement und die Arbeit der Initiative: „Als wir das Konzept auf den Tisch hatten, habe ich gesagt: super. Was nicht heißt, dass es schon perfekt ist, das kann ein solches Konzept nicht sein.“ Es gebe „noch offene Fragen, die schnell aus dem Weg geräumt werden sollen“. Auf Wunsch der Grünen muss die PIH nun auch prüfen, ob auf der Wallhalbinsel Sozialbauwohnungen und autofreie Flächen eingerichtet werden können. Eher abwägende Zustimmung äußerte Ragnar Lüttke (Linke). „Mich hat das Konzept einigermaßen überzeugt“, sagte er.

Gar nicht überzeugt war der Fraktionschef der SPD, Jan Lindenau. „Wir haben ein Konzept vorliegen, wo viele Maßnahmen geplant sind, aber keine Finanzierung steht“, urteilte er. Die Hoffnung auf Sponsoren und Stiftungsgelder bilde keinen wirtschaftlich soliden Plan, kritisierte Lindenau weiter, zumal der Kaufpreis für das Grundstück noch ermittelt werden muss. „Wie will man die Wirtschaftlichkeit prüfen, wenn man nicht mal weiß, welche Kosten auf einen zukommen?“, fragte er die Bürgerschaft. Er warnte: In der benachbarten Kulturwerft Gollan auf der Roddenkoppel „wird all das schon jetzt gebaut, und wenn diese in zwei Jahren fertig ist, wird man auf der Wallhalbinsel noch nicht mal damit angefangen haben umzubauen.“

Thorsten Fürther widersprach: „Wie jedes Projekt hat auch dieses ein Risiko, aber wir müssen das wagen, weil wir die Risiken überschaubar halten. Sonst passiert auf der Wallhalbinsel in den nächsten zehn Jahren nichts.“

„Über die Wirtschaftlichkeit kann man sich in der Tat streiten“, räumte Ragnar Lüttke ein, „aber man muss auch fragen, was dieser Begriff in diesem Zusammenhang heißt.“ Dass die Grundstückskosten nicht geklärt seien, warf er der Stadtverwaltung vor. Sie habe „nicht mit den Projektmachern so zusammengearbeitet, dass diese die Zahlen dafür auch hatten.“ SDF

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